Zum Tod von Tim, dem „Oldenburger Baby“, sagte Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, heute in Berlin:

Er war, wie es bürokratisch heißt, „nicht zum Leben bestimmt“: Die Mutter von Tim hatte nach der Diagnose Down-Syndrom entschieden, ihren Sohn durch eine Spätabtreibung töten zu lassen. Zu diesem Zweck wurde die Geburt eingeleitet. Tim aber entschied anders – nachdem er lebend geboren war, wollte er einfach nicht sterben. Neun Stunden lang ließ man ihn im Krankenhaus unversorgt liegen, bevor man vor diesem Lebenswillen kapitulierte und sich um ihn kümmerte.

Diese Geschichte aus dem Jahr 1997 machte die brutale Praxis der Abtreibung, vor allem der Spätabtreibung, besonders deutlich. Mitgliedsverbände des Bundesverbands Lebensrecht – allen voran  die Stiftung Ja zum Leben und die  Aktion Lebensrecht für Alle  – riefen die Aktion „Tim lebt!“ (www.tim-lebt.de) ins Leben, um auf das sogenannte „Liegenlassen“ von lebend abgetriebenen Kindern und die Diskriminierung von Kindern mit Behinderungen weiter aufmerksam zu machen.

Die Zahl der Spätabtreibungen ist seitdem trotz einer gesetzlichen Änderung nicht gesunken. Damit diese Kinder aber auf keinen Fall lebend zur Welt kommen, tötet man sie vor Einleitung der Geburt, zum Beispiel mit einer Kaliumchloridspritze ins Herz. Solche Methoden werden auch bei der sogenannten „Mehrlingsreduktion“ angewandt, wenn bei künstlicher Befruchtung plötzlich Zwillinge oder Drillinge da sind, obwohl die Eltern weniger Kinder wollten. Das Kind, das am leichtesten mit der Spritze erreichbar ist, wird getötet und später zusammen mit dem/n lebenden Geschwisterkind/ern tot geboren. Der Begriff „humane Gesellschaft“ wird spätestens hier zur Farce.

Tim ist am 4. Januar gestorben. Er hatte Glück im Unglück: Eine engagierte, liebevolle Familie adoptierte den Jungen, den seine Mutter nicht haben wollte, und schenkte ihm 21 glückliche Jahre. Auch hier war es ein Mitgliedsverband des BVL – die Stiftung Ja zum Leben – die in der gesamten Zeit Spenden für Therapiemaßnahmen für Tim sammelte und so die Familie entlastete, die Großartiges geleistet hat. Dafür können wir alle dieser Familie sehr dankbar sein. Die meisten Kinder mit Trisomie 21, die man heute vor der Geburt entdeckt, haben dieses Glück nicht: Die Diagnose Down-Syndrom ist für weit über 90 Prozent der Eltern der Anlass, das Leben ihres Kindes durch Abtreibung zu beenden.

Der vorgeburtliche Bluttest, der möglicherweise in diesem Jahr zu Kassenleistung wird, dient in diesem Zusammenhang lediglich dazu, Trisomien früher zu entdecken und damit die Abtreibung „schonender“ zu machen – das Ergebnis ist jedoch dasselbe: ein totes Kind, eine verletzte Frau, eine zerstörte Familie. Man sucht mit diesem Test gezielt nach Kindern mit Besonderheiten, um ihre Geburt zu verhindern. Das Paradoxe daran: Schaffen sie es, trotz Rasterfahndung auf die Welt zu kommen, rollt die Inklusionsmaschinerie an, die sie nach der Geburt in ihrer Menschenwürde wahr- und ernstnimmt. Um die Inklusion selbst ernstzunehmen, muss man sie auch vor der Geburt konsequent umsetzen.

Und noch eine Lehre lässt sich aus Tims Geschichte ziehen: Die Alternative Adoption statt Abtreibung sollte auch staatlicherseits viel stärker in den Blick genommen werden, denn sie kann Abtreibungen verhindern und adoptionswilligen Eltern helfen.

Hillary Clinton wird dieser Tage ein Gesetz vorlegen, das im Bundesstaat New York #Abtreibung bis zur Geburt aus „gesundheitlichen“ Gründen erlauben soll. Was genau diese gesundheitlichen Gründe sind wird nicht näher erläutert. Es ist damit zu rechnen, dass der mehrheitlich demokratische Senat von New York dem Gesetz zustimmen wird. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, geht noch einen Schritt weiter: er möchte das Recht auf Abtreibung (und damit das Recht, einen anderen Menschen zu töten) in der Verfassung des Staats New York verankern.

 

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In der Diskussion, unter welchen Umständen Organe für Transplantationen genutzt werden können, ist größtmögliche Transparenz und Ehrlichkeit gefordert. Das wird mit der von Jens Spahn propagierten doppelten Widerspruchslösung nicht geleistet – im Gegenteil. Der sogenannte Hirntod ist keinesfalls unumstritten und gleichzusetzen mit dem Tod des Menschen. Mit der Verpflichtung, der Organspende gegebenenfalls zu widersprechen, wird die Spende zur Norm erhoben und jeder, der widerspricht, zum Außenseiter.  Der dadurch aufgebaute Druck weitet sich auf die Angehörigen aus, die möglicherweise der Organentnahme widersprechen könnten. Stefan Rehders ausführlichen Kommentar finden sie auf kathnet (2 Januar 2019, 10:00

„Die ‚doppelte Widerspruchslösung‘ ist ein dreifacher Betrug“)

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Organspende muss freiwillig bleiben. Die Widerspruchslösung setzt den fehlenden Widerspruch mit Zustimmung gleich und leitet daraus die Freiwilligkeit der Spende ab. Wie absurd das ist, merkt man, wenn man es auf andere Handlungen bezieht: wenn jemandem nach seinem Tod eine Spende vom Konto abgebucht wird, ohne dass er vorher gegen solche Abbuchungen schriftlich Widerspruch eingelegt hat, hat der Tote keinesfalls freiwillig die entsprechende Summe gespendet, sondern wurde einfach beklaut – beziehungsweise seine Erben. Was uns beim Geld sofort einleuchtet, sollte doch erst recht für unsere Organe gelten. Hierzu äußert sich der Moraltheologe Eberhard Schockenhoff im Domradio (9.1.2019) #widerspruchslösung #organspende #spahn

 

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Der mit scharfsinnigen Argumenten die ethischen Debatten immer wieder prägende Philosoph, Robert Spaemann, ist verstorben. Mit großem Einsatz förderte er auch die Arbeit des Bundesverbands Lebensrecht. Seine weit über die Bundesrepublik hinausreichende Strahlkraft (die Werke sind derzeitig in 14 Sprachen übersetzt) wird bleiben.

» Zum Tod von Robert Spaemann

» Fachtagung Grußwort Spaemann

Liebe KALEB Freunde und Mitglieder!
Wir nehmen Abschied.

Ursula Toaspern ist am 7. Dezember 2018 im hohen Alter von 90 Jahren heimgegangen.
Unverändert aktuell ist der Ausspruch der ersten KALEB-Vorsitzenden (1990-2002) aus dem Gründungsjahr 1990 geblieben:

„Der Glaube sagt uns, dass Gott, der uns das Leben gibt, auch das Leben liebt. So lasst uns zusammenstehen und lasst uns mit Hoffnung und Liebe, mit Geduld und Vertrauen allem Verzagten und Negativen und auch vieler Unkenntnis entgegenwirken.“

Wer sie persönlich kannte, wird sie als „Mutter in Christus“, als Frau mit offenen Ohren für die Nöte ihrer Mitmenschen und als Beterin mit klarem Blick für das aktuell Wichtige in Erinnerung behalten. Dazu zählt auch die entscheidende Weichenstellung, dass KALEB nach einer Schwangerenberatung keinen Schein ausstellt, der zur Abtreibung berechtigt. Diese Gewissensentscheidung hat sich als richtig erwiesen. Wir sind sehr dankbar für die vielen segensreichen Jahre ihres Wirkens und wünschen ihrer großen Familie Gottes reichen Trost und Beistand.
Ihre KALEB-Familie

Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle
Jörg Weise

Das Menschenrechtskomitee der Vereinten Nationen (UNHCR) spricht manchen Menschen ihre Rechte ab

Wenige Wochen vor dem 70. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung, am 30.10.2018, verabschiedete das UNHCR einen Kommentar zum Recht auf Leben (General comment No. 36 on article 6 of the International Covenant on Civil and Political Rights, on the right to life). Darin heißt es unter anderem, dass es keine neuen Hürden für den sicheren und legalen Zugang für Frauen und Mädchen zu Abtreibung geben dürfe und dass bestehende Hürden abgebaut werden sollten, inklusive solcher, die Ergebnis der Ausübung des Weigerungsrechts aus Gewissensgründen sind.

„Im Klartext bedeutet das folgendes:“, kommentiert Alexandra Linder, Bundesvorsitzende der ALfA e.V. „Menschen vor der Geburt sollen dem Selbstbestimmungsrecht anderer Menschen untergeordnet und damit faktisch entmenschlicht werden. Kinder werden durch Abtreibung beseitigt, nach produkthaften Kriterien hergestellt, bei nicht gewünschten Mehrlingsschwangerschaften mit einer Spritze im Mutterleib getötet. Sie dürfen häufig nur auf die Welt kommen, wenn sie bestimmten Kriterien entsprechen und zum passenden Zeitpunkt erscheinen.“

Außerdem, so Linder, sollen gemäß diesem Kommentar Berufstätige, die Menschenwürde und Menschenrechte ernstnehmen und sich nicht an Handlungen beteiligen möchten, die diese verletzen, gezwungen werden, ihre Gewissensfreiheit aufzugeben: „Auch bei uns werden ihrem Gewissen folgende Medizinerinnen, Mediziner und Hebammen entlassen oder beruflich diskriminiert. Die verbrieften Rechte auf Leben, Unversehrtheit und Gewissensfreiheit jedes Menschen werden dadurch untergraben.“

Sobald aber eine Gruppe von Menschen aus dem Menschsein ausgeschlossen und der Willkür anderer überlassen werde, seien Dokumente wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte nicht mehr das Papier wert, auf dem sie verfasst wurden.

„Menschenrechte haben nur dann einen Sinn, wenn der Begriff Mensch nicht willkürlich definiert wird“, fasst Alexandra Linder, Bundesvorsitzende der ALfA, zusammen. „Sie müssen für jeden Menschen gelten, von der Zeugung bis zum Tod.“

 


Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob vor oder nach der Geburt, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung.
Die ALfA hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).
V.i.S.d.P.:
Alexandra Maria Linder M.A.
Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, ALfA e.V.
E-Mail: alexandra.linder[at]alfa-ev.de
Telefon: 02724/288944 oder 0175/9616906
www.alfa-ev.de
www.facebook.com/alfa.ev

Der Videoauszug vom Juso-Bundeskongress sagt alles. Zwei junge Frauen sprechen tiefsinnig und differenziert über den Antrag, Kindestötungen vor der Geburt zu einem Frauenrecht zu machen. Es herrscht ziemliche Stille im Saal. Danach folgt die verbissene, faktenleere Einpeitschrede einer älteren Vertreterin, die das ganze auf den Kernsatz bringt: „Das Menschenrecht gilt zuerst mal für die Frau und dann für alles andere.“ Gejohle im Saal. Es geht also dort nicht um eine ernsthafte Debatte, sondern um die radikale Verwirklichung des Feminismus´, koste es, was und vor allem wen es wolle. Das bestätigt auch die Vize-Vorsitzende Andres im Zeitungsinterview. Verzweifelt bemüht sie sich, das Kind zu entmenschlichen: Da ist die Rede von „Schwangerschaft erhalten“ und „lebensfähigem Fötus“. Frau Andres hat wie jede andere Frau das Recht zu sagen: „Ich möchte nicht schwanger sein.“ So formuliert sie das postulierte Frauenrecht. Der entscheidende Moment dabei ist nur der Zeitpunkt, an dem sie das sagt: Vor einer Schwangerschaft oder während einer Schwangerschaft. In letzterem Fall geht es um mindestens einen weiteren Menschen, dessen grundlegende Rechte die Jusos nun abschaffen wollen.

In dem Moment, wo unreflektierter Fanatismus über Vernunft, Humanität und Grundrechte gestellt wird, ist es dringend Zeit für eine Mutterpartei, dem Nachwuchs Nachhilfe in Sachen Menschenwürde zu geben, wenn aus dem ideologischen Kindergarten demokratische und rechtsstaatlich denkende Erwachsene werden sollen. Und sie sollte ihre möglicherweise in dieser Hinsicht nicht gelungene Vorbildfunktion überdenken.

Alexandra Linder, Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.

 

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Ideologie und Falschinformation pur. Anders lässt sich die angekündigte Preisverleihung der Heinrich-Böll-Stiftung an drei Medizinerinnen aus Gießen und Kassel, die unter anderem mit illegaler Werbung am Tod von Kindern und am Leid von Frauen im Schwangerschaftskonflikt Geld verdienen, nicht umschreiben.

Die angeblich „systematische Zermürbungstaktik“ von „selbsternannten Lebensschützer/innen“ besteht darin, schwangere Frauen in einer Notlage vor gewinnorientierten Abtreibungsinstitutionen zu schützen, was auch der maßgebliche Grund für § 219a StGB war und ist. Sie besteht darin, ihnen bei der Bewältigung der tatsächlichen Probleme zu helfen und ihre Kinder vor dem Tod durch Abtreibung zu bewahren. Schuld an einem (von Frau Hänel seit mindestens 2009 notorisch, wissentlich und absichtlich weiter begangenen) Gesetzesbruch ist im übrigen immer noch derjenige, der ihn begeht, nicht derjenige, der darauf aufmerksam macht. Wo kämpfen die drei preisgekrönten Damen für die Mädchen, die auch in ihren Praxen abgetrieben werden, nur weil es Mädchen sind? Wo ist der Mut, sich unter Verzicht auf ihren Verdienst für eine echte Lösung einzusetzen, statt die Frauen zwar ohne Kind, aber mit denselben Problemen wie vorher wieder nach Hause zu schicken? Wie sachlich sind Informationen, die den Begriff „Kind“ vermeiden und es lieber als „Schwangerschaftsgewebe“ und „Fruchtblase“ bezeichnen, statt Frauen intellektuell ernst zu nehmen?  Einen Preis zu verleihen, der die Entmenschlichung von unschuldigen Menschen krönt, um sie dann gegen Entgelt beseitigen zu können, ist inhuman und zynisch. Wie sinnvoll und gerechtfertigt wäre dagegen die Verleihung solcher Preise an all die Frauen, die ehrenamtlich, ohne Gewinnabsicht, Tag und Nacht für die menschenwürdige Beratung von und Hilfe für Frauen im Schwangerschaftskonflikt bereitstehen. Oder an all die Frauen, die sich unter schwierigsten Umständen für ihr Kind entschieden haben und Großartiges leisten. Illegal beworbene, bezahlte Tötungshandlungen sind unter keinen Umständen irgendeines Preises würdig.

 

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