Christiane Lambrecht, 13. März 2019

Die letzten Wochen bekamen mehrere Abtreibungsärzte Preise. Einmal von einer Stiftung der Grünen, das andere Mal vom Kreisverband Ostallgäu der SPD. Jedes Mal wurde gefeiert, dass diese Ärzte wegen ihrer Haltung für einen freieren Umgang mit Abtreibungen einen Beitrag zu „Freiheit, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Gleichstellung“ für Frauen, für die Gesellschaft leisteten. Es wird eine geschickte Sprache verwendet, Framing vom Feinsten, doch über die Hauptpersonen, die Opfer der Abtreibung, wird kein Wort verloren. Sowohl diese Abtreibungsärzte als auch ihre Laudatoren und Preisverleiher sind offensichtlich auf beiden Augen blind, denn sie blenden aus, dass in unserem Rechtsstaat auch der ungeborene Mensch ein Lebensrecht hat. Noch. Denn bei den Preisverleihungen sowie in aktuellen Talkshows wurde auch gefordert, dass der § 218 StGB abgeschafft werden muss. Die Abtreibungslobby stellt das Selbstbestimmungsrecht der Frau über das Lebensrecht der ungeborenen Menschen. Abtreibung soll eine „normale“ Dienstleistung der Ärzte werden. Punkt. Lebensrecht des ungeborenen Kindes sowie unsere Rechtsprechung – Fehlanzeige. Weshalb, so frage ich mich, gibt es diesen blinden Fleck? Wie kommen Politiker, Ärzte und normale Bürger dazu, dass sie die Tötung von ungeborenen Kindern nicht nur akzeptieren, sondern weiter fördern wollen. Sind nicht die (offiziell) 400 Abtreibungen pro Werktag in Deutschland genug? Gegen die rasante Ausbreitung des blinden Flecks bei den Menschenrechten und für das Lebensrecht der Ungeborenen haben die Aktion Lebensrecht für Alle und die Christdemokraten für das Leben am internationalen Frauentag in München vor der SPD-Zentrale protestiert. Doch eine Gruppe hat unser demokratisches Grundrecht auf Meinungsäußerung durch ununterbrochenes Geschrei und Musikbeschallung verhindern wollen. Die Polizei konnte nur mit Mühe unsere Kundgebung schützen. Anscheinend sind Ideologen auch auf dem demokratischen Auge blind.

Die Autorin ist bayerische Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben

» hier gehts zum Kommentar auf der Website von Die Tagespost

„Das, was da entfernt wird, ist ein Mensch“

Frau Linder, nun gibt es ja in Sachen Werbeverbot für Abtreibungen einen Kompromiss. Sind Sie damit zufrieden? Nein. Ein Kompromiss hat immer gute und schlechte Ergebnisse. Und die andere Seite ist ja auch nicht zufrieden. Aber wir leben in einer Demokratie, da ist das nun einmal so. Wir müssen damit leben. Gut ist, dass es endlich eine Studie gibt, die die Frauen in den Blick nimmt und erforscht, wie es ihnen nach einer Abtreibung geht. Das wurde höchste Zeit, in anderen Ländern gibt es so etwas längst.Wir als Lebensrechtler hätten den Paragrafen 219a, der Frauen in einer Notlage vor Gewinnabsichten schützt, natürlich gerne unverändert beibehalten.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland immer noch formal verboten, bleibt jedoch unter Bedingungen straffrei. Ist das aus Ihrer Sicht in Ordnung? Was würden Sie ändern, wenn Sie könnten?

Zunächst brauchen wir eine große Untersuchung zu den Zahlen, Gründen und Folgen einer Abtreibung. Es kann nicht sein, dass in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland jedes Jahr 100 000 Frauen entscheiden, dass sie nicht in der Lage seien, ein Kind auf die Welt zu bringen und großzuziehen. Unser Ziel sind möglichst wenige, am besten gar keine Abtreibungen. Wie man das bestmöglich erreichen kann, weiß man erst, wenn man die Ursachen und die genauen Zahlen kennt.

Sie schreiben auf Ihrer Verbandshomepage, dass eine Abtreibung nicht das Resultat einer freien Wahl der betroffenen Frau sei: „Wahlfreiheit hat nur der, der lebt. Der Tod lässt einem keine Wahl mehr: Er ist endgültig“, heißt es da. Können Sie diesen Punkt etwas genauer erklären?

Einer Frau als Lösung ihrer Probleme die Tötung ihres eigenen Kindes anzubieten ist doch eigentlich haarsträubend. Auf diese Idee würde niemand kommen, wäre das Kind schon auf der Welt. So gesehen ist das Problem, das zumnicht rückgängig zumachenden Tod des Kindes führen kann, dass das Kind noch nicht sichtbar ist. Fast alle Frauen entscheiden sich nach wie vor unter großem Druck abzutreiben. Mit einer wirklich freien Wahl hat das also ohnehin wenig zu tun. Und das Kind hat gar keine Wahlfreiheit. Ein zweiter Punkt ist: Frauen sind ja eigentlich emanzipiert und selbständig, also könnten sie sich vorher überlegen, welches „Schwangerschafts-Risiko“ sie eingehen möchten, Stichwort Prävention. Deswegen sind wir Lebensrechtler als Menschenrechtler die Anwälte aller Betroffenen, der Frauen und der Kinder.

Eine Abtreibung, aus welchen Gründen auch immer, macht sich keine Frau leicht, es ist eine wirklich schwierige Entscheidung. Warum sollten Frauen diese intime Entscheidung nicht selbstbestimmt treffen? Oder anders gefragt: Ist Abtreibung kein Frauenrecht?

Wenn man einen humanen Rechtsstaat hat, dann ist der Staat dazu verpflichtet, sämtliche Bürger gleichberechtigt zu schützen. Und dazu gehören eben auch die Kinder vor
der Geburt. Das Dilemma, das wir haben, ist, dass das Kind in diesen Monaten auf die Mutter angewiesen ist, das ist überlebenswichtig. Auch ich habe meine Kinder unter teils
schwierigen Bedingungen bekommen. Ich verstehe die Probleme dieser Frauen also sehr gut. Aber eine Abtreibung als Lösung anzubieten, das kann ich nicht verstehen. Es kann nicht sein, dass wir Kinder vor der Geburt willkürlich als Nicht-Menschen definieren und mit einem angeblichen Frauenrecht, das der Gleichberechtigung dienen soll, dann wieder andere Menschen diskriminieren.

Beim „Marsch für das Leben“, bei dem es auch regelmäßig Gegendemonstrationen gibt, beispielsweise vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, werden von Ihnen und Ihren Mitstreitern teils krasse Plakate hochgehalten, etwa eines mit einem Baby, der Spruch dazu: „Werbung für Abtreibung? Nur über meine Leiche.“ Auch Plastik- Embryos wurden schon verteilt. Was glauben Sie, wie viel Schockmomente verträgt diese Debatte?

Krass sind nur die Sprüche der Gegenseite wie: „Hätt Maria abgetrieben, wärt Ihr uns erspart geblieben“, „Spahn abtreiben“ und Ähnliches. Das Plakat „Nur über meine Leiche“ haben wir erstellt, weil Frau Hänel in ihrer Werbebroschüre schreibt: „Das Schwangerschaftsgewebe/die Fruchtblase wird entfernt.“ Wir wollten den Gegenpol bilden und klarstellen, dass das, was da entfernt wird, ein Mensch ist. Wir wollen nicht, dass Frauen belogen werden. Und die originalgetreuen Embryomodelle sind dieselben, die auch zur medizinischen Ausbildung verwendet werden.

Es fällt auf, dass insbesondere im Zusammenhang mit dem ethisch komplexen Thema Schwangerschaftsabbruch jede Interessengruppe von sich behauptet, ein modernes, angemessenes Frauenbild zu vertreten. Natürlich können aber nicht alle zugleich recht haben. Wie erklären Sie sich das?

Da muss man unterscheiden zwischen Fakten und Ideologie. Wenn ich versuche, dem Menschen vor der Geburt das Mensch-Sein wegzudefinieren, dann kann ich behaupten, Abtreibung sei doch Frauenrecht. Wenn ich jedoch die Fakten betrachte, die belegen, es ist ein Mensch, kann ich dieses Recht nicht in dieser extremen Form reklamieren. Da sindwirwieder bei diesem Dilemma. Deswegen müssen wir versuchen, eineLösung zu finden, unter der die Frau nicht leidenmuss und bei der das Kind nicht sterben muss. Eine richtige Emanzipation kann auch nicht darin bestehen, dass ich mein Frau-Sein aufgebe. Und Kinder bekommen zu können gehört nun einmal zum Frau-Sein dazu. Das zu negieren, halte ich nicht für emanzipiert.

In Berlin wird der Internationale Frauentag bald ein regulärer Feiertag. Wäre das aus Ihrer Sicht eine gute Idee auch für den Rest der Republik?

Ich glaube tatsächlich, in Deutschland ist dieser Tag nicht nötig. Den sollte man vielleicht eher in Saudi-Arabien einführen.

Gipfel der Geschmacklosigkeit

In einem Punkt haben sich die Abtreibungsspezialisten Kristina Hänel und Friedrich Stapf, denen die Rote ASF-Rose der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (Ostallgäu) verliehen wurde, tatsächlich „in
besonderer Weise um die Gleichstellung verdient“ gemacht: Sie haben an der paritätischen Abtreibung von weit über 100 000 Mädchen und Jungen ordentlich verdient.

Als zynischer Gipfel der Geschmacklosigkeit befindet sich die Rosenblüte in der verliehenen Frauenskulptur ziemlich genau an der Stelle, wo ein Kind heranwachsen könnte, wenn die Mutter nicht an Abtreibungsideologen und diverse Praxisbetreiber geraten würde, sondern an Beratungsstellen und Menschen, die sich um wirkliche Hilfe und echte Gleichberechtigung kümmern.

Echte Gleichberechtigung bedeutet zunächst, klarzustellen, dass es in einem Schwangerschaftskonflikt um mindestens zwei Personen geht: um die Mutter und das Kind (und auch um den nur von extremen Feministen verdrängten Vater). Wer behauptet, es gehe nur um „Schwangerschaftsgewebe“ oder eine „Fruchtblase“, der lügt. Die Embryologie belegt, dass der Mensch ab der Zeugung existiert und sich lediglich weiterentwickelt.

Frauen im Schwangerschaftskonflikt verdienen Besseres als ideologische Irreführung, nämlich erstens die Wahrheit und zweitens eine Lösung, die auf diesen Fakten aufbaut und in einem humanen Rechtsstaat die einzig richtige sein kann: eine Lösung, mit der die Mutter und das Kind leben können. Schwangerschaft ist übrigens generell keine Krankheit, die lebensnotwendig durch eine Abtreibung geheilt werden muss. Deshalb
sind Abtreibungsexperten auch keine Lebensretter. Emanzipierte Frauen sollten in der Lage sein, unerwünschte Schwangerschaften zu vermeiden. Und Mütter im Schwangerschaftskonflikt brauchen Unterstützung, zuallererst von ihrer Umgebung. Auch wer Mütter alleinlässt und eine Abtreibung mitverursacht, um sich nicht selbst engagieren zu müssen, macht sich schuldig.

Großer Protest von Aktion Lebensrecht für Alle und Christdemokraten für das Leben

Den Weltfrauentag am 8. März 2019 nahm die SPD Ostallgäu zum Anlass, zwei Abtreibungsärzte mit einem Preis auszuzeichnen – für ihren so wörtlich „Einsatz für die Gleichberechtigung der Frau“. Grund genug für Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.) und Christdemokraten für das Leben (CDL), spontan eine Kundgebung gegen diese Preisverleihung zu organisieren.

Über hundert Personen, darunter viele junge Leute, machten mit Transparenten und Flyern auf das in unserem Rechtsstaat verankerte Lebensrecht des ungeborenen Kindes und auf die Not der Frauen aufmerksam, denen offensichtlich auch die SPD als einzige Lösung ihrer ungeplanten Schwangerschaft eine Abtreibung anbieten möchte.
„Da wird allen Ernstes ein Mann ausgezeichnet, der es für Gleichberechtigung hält, wenn er tausendfach ungeborene Kinder tötet, statt auch nur ein einziges Mal dafür einzustehen, dass Männer ihrer Verantwortung für das ungeborene Kind gerecht werden,“ so die stellvertretende Bundesvorsitzende der ALfA, Cornelia Kaminski, in ihrer Rede bei der Kundgebung. „Ist das Gleichberechtigung, wenn ich genau das, was Frauen auszeichnet – ihre Fähigkeit, Kinder zu bekommen – zur Bedrohung erkläre? Wo ist denn da die Wertschätzung für die Frau? Von der Wertschätzung für die ungeborenen Kinder, die zu tausenden in der Praxis von Stapf und Hänel ihr Leben lassen, die auf grausame Art und Weise getötet werden – ohne Betäubung, ohne Schmerzmittel – brauchen wir gar nicht reden.“ Dr. Karl Renner (Ärzte für das Leben) wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Ärzte nicht zu Handlangern des Todes gemacht werden dürften, sondern ihre ureigenste Aufgabe das Heilen und Retten von Leben sei.

Dr. Thomas Jahn (CSU-Stadtrat Kaufbeuren und Sprecher des konservativen Kreises der CSU in Bayern) erklärte, dass jedes Menschenleben heilig sei und das wichtigste, wofür man sich politisch einsetzen könne. Ebenfalls eingefunden hatten sich ein paar Dutzend SPD-Anhänger, die zunächst versuchten mit einem Lautsprecher und aggressiver Musik aus den Räumen des SPD Büros heraus die Kundgebung zu verhindern. Nachdem das von der Polizei unterbunden wurde – sie hatte mittlerweile Verstärkung herbei holen müssen um für die ordnungsgemäße Durchführung der Kundgebung zu sorgen – gingen die Gegendemonstranten dazu über, lauthals die „Internationale“ zu singen.

„Wir machen von unserem Demonstrationsrecht Gebrauch und werden dabei massiv gestört von der SPD, die auch damit zeigt, wie wenig sie von demokratischen Grundrechten und anständigem Verhalten hält – wie gut, dass wir hier Flagge zeigen für den Schutz des Lebens aller Menschen, auch der ungeborenen Kinder und für alle Frauen die geplant oder ungeplant schwanger sind,“ so Christiane Lambrecht, die Vorsitzende der CDL Bayern. „Das ist eine völlig falsche Ehrung für zwei Abtreibungsärzte, die da heute stattfindet. Wer gegen viel Geld ungeborene Kinder tötet und für Abtreibungen auf seiner Homepage wirbt, statt den ungeplant schwangeren Frauen umfassende Hilfe und Unterstützung zu geben, hat keinen Preis verdient – das hat mit Fair Play nichts zu tun. Das ist das Gegenteil von Solidarität und Menschlichkeit. Und darum zeigen wir der SPD hier heute die rote Karte.“

Das Video dazu sehen Sie » hier


V.i.S.d.P.:
Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA e.V.)
Alexandra Linder, Bundesvorsitzende; Cornelia Kaminski, stellv. Bundesvorsitzende
Ottmarsgäßchen 8, 86152 Augsburg
www.alfa-ev.de


Christdemokraten für das Leben, Landesverband Bayern (CDL)
Christiane Lambrecht, Landesvorsitzende
www.cdl-online.de

Die Preisverleihung der SPD Ostallgäu an die Abtreibungsärzte Hänel und Stapf wegen „besonderer Verdienste um die Gleichstellung“ ist in Wahrheit die Beerdigung von Menschlichkeit, Gleichberechtigung und Gleichstellung

Die Preisverleihung der SPD Ostallgäu am 8. März 2019 mit dem „rote Rose Preis“ an die beiden Abtreibungsärzte Kristina Hänel und Friedrich Stapf für ihre „herausragende Leistung bei der Abtreibung ungewollter Kinder“ ist kein Festakt, sondern die Beerdigung von Menschlichkeit, Gleichberechtigung und Gleichstellung. Die beiden Ärzte, so die Einladung, hätten sich „für besondere Verdienste um die Gleichstellung“ eingesetzt. Den lokalen Preis erhält Pro Familia Kempten.

Interessant dürfte sein, ob in der Laudatio auch gesagt wird, wie viele Abtreibungen die beiden Mediziner bisher vorgenommen haben. Friedrich Stapf in München führt ausschließlich Abtreibungen durch, bis zu 20 Mal pro Werktag. Damit hat er nach eigenen Angaben mehrere Millionen Euro umgesetzt. Stapf hat seine Praxisräume in München vor einigen Jahren von dem CSU-Bezirksschatzmeister Hans Hammer gemietet, der dafür kritisiert wurde und letztes Jahr das Ärztehaus samt Mieter verkauft hat.

Kristina Hänel ist die Allgemeinmedizinerin, die wegen bewusster werblicher Informationen auf ihrer Website für Abtreibungen rechtskräftig verurteilt wurde. Ihr Ziel war es, dass der § 219a StGB, der Werbung für Abtreibungen verbietet, fällt. Sie wird geehrt, weil sie ein Schutzgesetz für Schwangere in einer Notlage gebrochen hat.

Die vorgeburtliche Tötung eines Menschen ist das Gegenteil von Gleichstellung, denn Abtreibung ist die schlimmste Form von Diskriminierung: Danach ist der abgetriebene, unschuldige Mensch, das Kind vor der Geburt, tot. Und wo bleibt der Aufschrei der Gleichstellungsfeierlobby darüber, dass 9 von 10 Kindern mit der Diagnose Down Syndrom abgetrieben werden? Die beiden Ärzte bekommen ihr Honorar für eine äußerst zweifelhafte „Hilfe“. Ob sich die Frauen ihr Leben lang quälend fragen, wer dieses nie geborene Kind war, ob es nicht doch bessere, wirkliche Lösungen für ihre Probleme gegeben hätte, ob die Frauen selbst unter Folgen der Abtreibung leiden – wen interessiert das hier beim traurigen „Festakt“ im Allgäu?

Abtreibungsärzte zu feiern und mit einem Preis auszuzeichnen ist eine erschreckende Botschaft und nur die Spitze des Eisbergs einer unheilvollen Öffentlichkeitsarbeit der Abtreibungslobbyisten auf dem Weg, Abtreibung als generell straffrei zu ermöglichen. Unter dem Deckmantel der Selbstbestimmung der Frau und altruistischer Hilfe wollen sie kaltblütig das gesetzlich verankerte Lebensrecht der ungeborenen Kinder aushöhlen.
Dagegen setzt der Bayerische Landesverband der Christdemokraten für das Leben ein klares „Stopp“! Wir brauchen stattdessen ein Umdenken, eine neue Willkommenskultur für Schwangere und ebenfalls ein Stopp der vorgeburtlichen Selektion behinderter Kinder. Wir brauchen dringend einen gesellschaftlichen Wandel, der ungeplante Kinder nicht als Katastrophe für die Mütter und Väter, sondern als Zukunft und Lebensbereicherung betrachtet.


V.i.S.d.P.:
Christdemokraten für das Leben, Landesverband Bayern
Christiane Lambrecht, Landesvorsitzende
info@cdl-online.de | www.cdl-online.de


Quelle:https://spd-allgaeu.de/kristina-haenel-und-friedrich-stapf-sind-die-hauptpreistraegerinnen-der-roten-asf-rose-2019/

Menschenrechte sind auch in Europa keine Selbstverständlichkeit – im Gegenteil: es gibt durchaus Anlass zu der Sorge, dass bestimmte Grundrechte, wie das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Religionsfreiheit oder auf Gewissensfreiheit in Frage gestellt werden. Aus diesem Grund haben sich der europäische Verband One of Us („Einer von Uns“) und seine 40 Mitgliederorganisationen aus 19 EU-Ländern am 23. Februar im Palais du Luxembourg in Paris versammelt. Im Rahmen einer Konferenz unter Schirmherrschaft von Professor Rémi Brague (Institut de France) hat das von One of Us an diesem Tag gegründete europäische Menschenrechtsforum seinen Betrieb aufgenommen. Der Bundesverband Lebensrecht war unter anderem mit Alexandra Linder M.A. (Weuspert), Cornelia Kaminski OStR (Fulda), Mechthild Löhr M.A. (Schlossborn) und Prof. Dr. Paul Cullen (Münster) vertreten.

150 Wissenschaftler und Repräsentanten aus ganz Europa werden das Forum zum Gedankenaustausch über die Zukunft Europas nutzen. Dieses neue Netzwerk, dem neben den Mitgliedsorganisationen Wissenschaftler u.a. aus Philosophie, Geschichte, Recht und Medizin angehören, will sich für ein zukünftiges Europa einsetzen, in dem der unantastbaren Würde des Menschen in Gesetzen und politischem Handeln wieder der höchste Stellenwert eingeräumt wird. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung in Paris wurden drängende ethische Herausforderungen Europas wie der mangelnde Respekt vor der individuellen Freiheit und dem uneingeschränkten Recht auf Leben analysiert und debattiert. Wissenschaftler und Experten aus verschiedenen Ländern trugen im Rahmen der Konferenz ihre Positionen vor, als Vertreterin der deutschen Delegation sprach Cornelia Kaminski. Sie erinnerte daran, dass im Palais du Luxembourg im Zweiten Weltkrieg das Hauptquartier der deutschen Luftwaffe untergebracht war: „Diese dunkle Zeit in Europa darf sich nicht wiederholen. Lange bevor der zweite Weltkrieg ausbrach, hatten die Nationalsozialisten mit der Kriegsführung gegen die Menschlichkeit begonnen: Die ersten Opfer waren Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. Wir dürfen heute nicht passiv bei der Frage stehen bleiben, wie das passieren konnte, sondern müssen handeln, sobald wir solche Menschenrechtsverletzungen wahrnehmen. Dieses Menschenrechtsforum ist dafür ein wichtiges Instrument.“

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurden die wichtigsten Ziele des Grundsatzprogramms des Menschenrechtsforums One of Us präsentiert. Den Vorsitz hatte der frühere Innenminister Spaniens und langjähriges Mitglied des Europäischen Parlaments, Jaime Mayor Oreja, in seiner Funktion als Verbandspräsident. „One of Us“ ist der Verband, der sich zur Durchführung der bislang erfolgreichsten europäischen Bürgerinitiative gegründet hatte. Es war den Organisatoren gelungen, nahezu 2 Millionen Unterschriften in 28 europäischen Ländern zu sammeln; damit wurde die europäische Union aufgefordert, die Finanzierung von Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Personen (Embryonen) mit EU-Mitteln zu beenden.

Cornelia Kaminski: Wissenschaftliche Studien fördern erstaunliche Ergebnisse zu Tage.

Eine fachmännisch durchgeführte Abtreibung ist mindestens zehnmal sicherer als eine Geburt, so lautet das Credo der Abtreibungsbefürworter. Dass dies nur für einen Teil der bei einer Abtreibung betroffenen Personen stimmt, leuchtet jedem ein – schließlich führt eine Abtreibung unweigerlich zum Tod eines Beteiligten. Dass es jedoch auch für die betroffenen Mütter nur bedingt stimmt, ist spätestens seit der Anerkennung des Post Abortion Syndrom in den USA und der Aufdeckung der Zusammenhänge zwischen Brustkrebserkrankungen und Abtreibung sicher zu sein.

Wie wenig wahr die oben zitierte Aussage jedoch tatsächlich ist, weisen neue internationale Studien nach. Die signifikantesten Ereignisse liefert eine finnische Studie, die Todesfälle von Frauen untersucht, welche in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Schwangerschaft stehen. Die Forscher der „Abteilung für statistische Analyse des finnischen staatlichen Forschungs- und Entwicklungszentrums für Gesundheit“ (STAKES) kommen nach der Analyse von Sterbeurkunden und Gesundheitsdaten zu dem erstaunlichen Ergebnis, dass das Risiko für Frauen, innerhalb eines Jahres nach erfolgter Abtreibung zu sterben, um ein vielfaches höher ist als das Risiko, nach Fehlgeburt oder Entbindung zu sterben.

Die Forscher verglichen die Sterbeurkunden aller finnischen Frauen, die im fortpflanzungsfähigen Alter (15- 49) zwischen 1987 und 1994 gestorben waren, mit den Daten der staatlichen Gesundheitsfürsorge und kamen zu dem Ergebnis, dass Frauen nach erfolgter Abtreibung ein um 76 Prozent höheres Risiko haben, im darauffolgenden Jahr sterben, als Frauen, die nicht schwanger waren. Im Vergleich zu den Frauen, die ein Kind ausgetragen haben, ist dieses Risiko um 3,5- fache höher. Diese Tendenz zeigte sich bei allen untersuchten Todesursachen. Angesichts dessen, was mittlerweile über die psychischen Folgen von Abtreibungen bekannt ist, erstaunen die folgenden Ergebnisse der finnischen Forscher nicht sonderlich: Innerhalb eines Jahres nach erfolgter Abtreibung hatten 27 Prozent der Frauen, deren Daten STAKES analysierte, Selbstmord begangen. Die Selbstmordrate unter Frauen, die abgetrieben haben, ist damit siebenmal höher als unter jenen, die ein Kind zur Welt gebracht haben.

Diese Daten werden bestätigt durch die Ergebnisse einer britischen Studie: von tausend Frauen, die abgetrieben haben, begingen 8,1 Selbstmord. Bei den Frauen, die ihr Kind geboren hatten, waren dies 1,9.

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass die Selbstmordrate chinesischer Frauen weltweit die höchste ist: im Land der staatlich erzwungenen strikten Ein-Kind-Politik, die zahllose Abtreibungen und Kindstötungen zur Folge hatte, scheint es angesichts der oben beschriebenen Daten nur logisch, dass 56 Prozent weiblicher Selbstmorde weltweit in China verübt werden.

Selbstmord ist jedoch nicht die einzige Todesursache, von der Frauen, die abgetrieben haben, eher betroffen sind als andere: auch bei der Untersuchung von Unfällen als Todesursache stellten die STAKES Forscher fest, dass innerhalb eines Jahres nach der Schwangerschaft die Frauen, die abgetrieben hatten, doppelt so häufig an Unfällen verstorben waren wie andere Frauen – im Vergleich zu denjenigen, welche eine Schwangerschaft ausgetragen hatten, waren es fast viermal so viele. Auch diese Ergebnisse werden von weiteren Studien bestätigt: Kanadische und amerikanische Wissenschaftler stellen in voneinander unabhängigen Studien fest, dass Frauen nach Abtreibung häufiger wegen psychischer Störungen und wegen durch Gewalteinwirkung entstandener Verletzungen behandelt werden müssen als Frauen nach Geburt eines Kindes.

Es ist durchaus möglich, dass einige dieser Fälle auf Selbstmordversuche zurückzuführen sind. Andererseits ist es nicht unwahrscheinlich, dass Frauen mit neugeborenen Kindern vorsichtiger sind und unnötige Risiken eher vermeiden. Frauen nach Abtreibung scheinen dagegen risikobereiter zu sein, sind aber auch häufiger alkohol- und drogenabhängig, was das persönliche Unfallrisiko deutlich erhöht.

45 Prozent der von den STAKES Forschern untersuchten Todesfälle waren auf natürliche Todesursachen zurückzuführen. Hier zeigte sich, dass insgesamt die Todesrate bei allen Frauen, die im Jahr vor ihrem Tod schwanger gewesen waren, niedriger war als bei anderen Frauen. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass Frauen, die sich in einem schlechten körperlichen Zustand befinden, auch weniger leicht schwanger werden, Schwangere hingegen in der Regel über eine gute gesundheitliche Konstitution verfügen. Allerdings zeigte sich auch hier, dass diejenigen Frauen, welche ihre Schwangerschaft durch eine Abtreibung beendet hatten, deutlich öfter eines natürlichen Todes gestorben waren als diejenigen, die die Schwangerschaft austrugen. Eine mögliche Erklärung hierfür könnte sein, dass die enorme psychische und physische Belastung, die mit einer Abtreibung einhergeht, einen negativen Einfluss auf den allgemeinen Gesundheitszustand der Frauen hat. Eine Studie von 1984, die das Krankheitsverhalten von Frauen im Zusammenhang mit Abtreibungen untersucht, kommt zu dem Ergebnis, dass nach Abtreibungen Arztbesuche um 80 Prozent häufiger stattfinden, psychologische Hilfe sogar um 180 Prozent öfter in Anspruch genommen wird.

Der die Immunabwehr schwächende Effekt von Depressionen spielt hier sicher eine Rolle. Insgesamt lassen die Daten den Schluss zu, dass der Verlust eines ungeborenen Kindes, auch wenn er intendiert und selbst initiiert wurde, bei vielen Frauen einen verheerenden Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit hat. Nicht nur angesichts stetig steigender Kosten im Gesundheitswesen sollte dies zu denken geben: allein der schweizerischen Krankenversicherung santésuisse entstehen durch Abtreibungen Kosten in Höhe von 10 bis 15 Millionen Schweizer Franken jährlich.


Literatur (Auswahl):
Gissler, M. et al.: „Suicides after pregnancy in Finland: 1987-94: register linkage study“. British Medical Journal 313 (1996). 1431-1434.
Morgan, Christopher L. et al.: „Mental health may deteriorate as a direct effect of induced abortion“. British Medical Journal 314 (1997). 902.
Rosenthal, E. „Women’s Suicides Reveal China’s Bitter Roots: Nation Starts to Confront World’s Highest Rate“. The New York Times, Sunday January 24, 1999, pp. 1, 8.