von Alexandra Maria Linder

Dieser Text ist kein objektiv geschriebener Artikel. Das geht nicht. Es ist ein subjektiver, persönlicher Nachruf auf jemanden, um den wir gemeinsam mit seiner Frau Barbara und den drei Kindern tief trauern. Wenn ich wir sage, meine ich damit die gesamte deutsche Lebensrechtsbewegung.

Mit Manfred Libner verbindet uns unendlich viel. Vor Jahren standen wir zum Beispiel auf der Kölner Domplatte, um die Öffentlichkeit an „Tim lebt!“ zu erinnern. Diese Kampagne hatte er mit initiiert, als der kleine Tim 1997 abgetrieben wurde, aber nicht sterben wollte, obwohl man ihn stundenlang liegen ließ. Noch heute ist diese Aktion in Verbindung mit den steigenden Spätabtreibungen aktuell. „Stoppt PID und Klonen“ und „Deine Stammzellen heilen“ waren weitere Kampagnen, an denen er federführend mitwirkte.

Wir lernten uns 2001 näher kennen, auf einem internationalen Lebensrechtstreffen in Paris, das zwischen ihm, mir und drei weiteren Personen eine Freundschaft begründete. Da das Kloster, in dem wir wohnten, strenge Regeln hatte, stiegen wir den Montmartre hinunter, um bei gutem Wein anregende Abende zu verbringen und Strategien zu planen. Später zelteten wir samt Familien im Indianertipi und sangen bei leider seltenen privaten Treffen nostalgisch mit Gitarre am Lagerfeuer. Manfred liebte alte Studentenlieder und erschien meist im typischen Trachtenjanker. Auch wenn die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, nie spaßig sind, so haben wir doch humorvolle Erinnerungen an Begegnungen, bei denen wir diskutierten und schwadronierten.

Der Marsch für das Leben in Berlin ist ohne Manfred Libner nicht denkbar. Über Jahre hat er ihn mitgeprägt und war beim Bundesverband Lebensrecht im Vorstand aktiv. Die gemeinsame Erfahrung, in der Öffentlichkeit für seine Überzeugung angepöbelt zu werden, er wie immer die Ruhe in Person, schweißte zusammen.

Auch One of us war eine seiner Herzensangelegenheiten; aus einer europäischen Initiative, die 2012 mit einer Unterschriftensammlung begann, entwickelt sich inzwischen auch dank seiner Arbeit ein internationales Zusammenwirken nationaler Vereine.

Sein berufliches Lebensrechts-Zentrum fand Manfred, der in München Politologie, Geschichte und Wirtschaft studiert hat, endgültig in Meschede. 1996 wurde er dort Geschäftsführer der Christdemokraten für das Leben, später ging er in dieser Position zur „Stiftung Ja zum Leben“. Hier konnte er viele Projekte, die ihm wichtig waren, anstoßen und weiterentwickeln, die Förderung von Vereinen unterstützen, die sich um Kinder vor und nach der Geburt kümmern, und Schwangere in Not unbürokratisch und schnell mit finanzieller oder anderer Hilfe versorgen.

Manfred Libner liebte seine Familie und das Lebensrecht und setzte sich unermüdlich und mutig dafür ein. Zuversicht und Warmherzigkeit, gepaart mit Frohsinn, haben ihn und seine Umgebung geprägt. Wir sind ihm sehr dankbar. Im Alter von 60 Jahren ist er am Sonntag gestorben. Ich hoffe, sein aufrechter Glaube hat ihn zum Ziel geführt. Requiescat in pace.

München und Nordwalde, den 14.05.2018

CDL trauert um langjährigen bayrischen Landesvorsitzenden und früheren Bundesgeschäftsführer Manfred Libner

„Die Christdemokraten für das Leben (CDL) trauern um ihren langjährigen bayrischen Landesvorsitzenden und ehemaligen Bundesgeschäftsführer Manfred Libner, der am Sonntag nach langer schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren verstorben ist. Unser tiefst empfundenes Mitgefühl und Trauer gilt seiner Familie.

Alle, die Manfred Libner persönlich begegnet und mit ihm gemeinsam aktiv gewesen sind, wissen, welch ein großer Verlust sein Tod in jeder Hinsicht ist. Manfred Libner war ein großartiger und begeisterungsfähiger Mensch, der die Geschäftsführung der CDL und später auch den Vorsitz für unsere CDL in Bayern, als echter Freund des Lebens und aus tiefer christlicher Glaubensüberzeugung intensiv ausgefüllt hat – immer tatkräftig, offen, hilfsbereit, klug, mit Humor und menschlich besonders liebenswürdig.1995 wurde er Geschäftsführer der CDL auf Bundesebene und baute das bundesweite Netzwerk mit großer Überzeugung kontinuierlich weiter aus. Wir sind dankbar dafür, dass er bereits in den politischen Kontroversen der 90ger Jahre und später stets überzeugend klar und deutlich für das Recht auf Leben Position bezogen hat, auch wenn der gesellschaftliche Gegenwind manchmal stark wurde. Durch seine beharrliche Arbeit hat er mit eine gute Grundlage dafür gelegt, dass die CDL immer bekannter wurde und sich auch heute gerade bei jungen Menschen einer wachsenden Zustimmung erfreut.

Mit seinem liebenswürdigen Naturell, rheinischem Humor, hoher fachlicher Kompetenz und unbeugsamer Standfestigkeit in wesentlichen Fragen hatte sich der Verstorbene immer und immer wieder für den Schutz der schwächsten Glieder des Gemeinwesens, für die Treue zum christlichen Menschenbild und für die fundamentale Bedeutung von Ehe und Familie für die Gesellschaft eingesetzt. In der Lebensschutzbewegung in Deutschland und auch vielen anderen Ländern Europas hatte er an der Seite der Gründerin der „Stiftung Ja zum Leben“, Johanna Gräfin von Westphalen, die Stiftung als zuverlässigen Partner für die Lebensschutzbewegung in Deutschland etabliert. Als die CDL-Bundesgeschäftsstelle im Jahre 2005 nach Münster umzog, entschloss sich Manfred Libner in Meschede in Haus Laer zu bleiben, um sich ganz auf die Arbeit als Geschäftsführer der „Stiftung Ja zum Leben“ zu konzentrieren. Einige Jahre war er zusätzlich auch stellv. Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL).

Manfred Libner blieb der CDL- Arbeit weiterhin treu und übernahm im Oktober 2005 den Vorsitz des bayerischen Landesverbandes der Christdemokraten für das Leben als vierter Vorsitzender bis zum Oktober 2014, ehe er das Amt der aktuellen Landesvorsitzenden Christiane Lambrecht übergab. In seine Amtszeit fiel u.a. die Festveranstaltung zum 20-jährigen Jubiläum der CDL Bayern im Münchner Kolpinghaus im Herbst 2007 und eine große Diskussionsveranstaltung im Februar 2011 unter dem Motto „Babys brauchen Freunde“ mit dem späteren Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags, Johannes Singhammer (CSU), zur damaligen Debatte um die gesetzliche Regelung zur Präimplantationsdiagnostik. An vielen Veranstaltungen und Aktionen beteiligte er sich mit großem persönlichem Einsatz.

Manfred Libner hat sich beispielsgebend als Christ und Bürger stets für Frauen in Not und für die Kleinsten, Schwächsten und Wehrlosesten in unserer Gesellschaft, die Ungeborenen, eingesetzt. Sein unermütliches Wirken für den Lebensschutz werden wir als Christdemokraten für das Leben stets in bleibender, dankbarer Erinnerung halten.

 

Christiane Lambrecht
Landesvorsitzende Bayern

Mechthild Löhr
Bundesvorsitzende

Im Masterstudiengang Public Health an der Hochschule (bis Juni 2006 Fachhochschule) Fulda haben zwei Studentinnen für ihre Masterarbeit zur Vergabepraxis der „Pille danach“ einen Preis erhalten, der nach einer Eugenikerin der ersten Stunde, Henriette Fürth, benannt wurde. Frau Fürth hat sich schon 1929 in ihrem Buch „Die Regelung der Nachkommenschaft als eugenisches Problem“ für die Sterilisation sogenannter „erbkranker“ Menschen stark gemacht. Der Fachbereich Public Health wird von Daphne Hahn geleitet, bis 2017 Bundesvorsitzende von pro familia. Pro Familia setzt sich seit Jahren für ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ ein. Eine wissenschaftlich korrekte Masterarbeit zur „Pille danach“ aus diesem Umfeld war kaum zu erwarten.

Dennoch überrascht es, wie unkritisch die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der beiden Studentinnen übernommen wurden. Von den 143 befragten Apothekern sahen 70,3% die „Pille danach“ als „besonderes Medikament“, für 70,4% war sie sogar „medizinisch bedenklich“. Diese Bedenken sahen die beiden Studentinnen als nicht gerechtfertigt, da ihrer Meinung nach die „Pille danach“ wenige Neben- und Wechselwirkungen und keine abtreibende Wirkung aufweist. Daher seien die Bedenken der Apotheker nicht medizinischer sondern „moralischer“ Natur, schlussfolgerte die preisgekrönte Masterarbeit.

Diese Schlussfolgerung muss man entschieden abweisen und den Apothekern in Hessen für ihre medizinischen Kenntnisse ein Lob aussprechen. Denn die „Pille danach“ ist alles andere als neben- und wechselwirkungsfrei. Bei sowohl Ulipristal („EllaOne“) in der Dosis von 30 mg wie auch Levonorgestrel („PiDaNa“) in der Dosis von 1,5 mg werden laut Beipackzettel mehr als eine von zehn Frauen an Übelkeit, unregelmäßige Blutungen bis zur nächsten Regel, Unterbauchschmerzen, Müdigkeit und/oder Kopfschmerzen leiden. Wechselwirkungen können mit Arzneimitteln gegen Krampfanfälle, Medikamente zur Behandlung von Tuberkulose, HIV, Pilzinfektion oder Johanniskraut auftreten.

So wird die Wirkung der „Pille danach“ an diesen Stellen allein durch eine Verschiebung des Eisprungs erklärt. In Wirklichkeit ist für beide Präparate eine frühabtreibende Wirkung gut belegt. Im US-amerikanischen Beipackzettel von „EllaOne“ (Ulipristal) geben die Hersteller des Präparates selbst an, dass „zur Wirksamkeit Veränderungen in der Gebärmutterschleimhaut mit Auswirkungen auf die Einnistung beitragen können“. Auch für Levonergestrel (PiDaNa) ist eine frühabtreibende Wirkung je nach Zeitpunkt der Einnahme sehr wahrscheinlich. Diese entsteht dadurch, dass die Einnistung des kleinen Embryos in die Gebärmutterschleimhaut verhindert wird.

Bei dieser Preisverleihung werden die Verstrickung der deutschen Abtreibungslobbys mit dem Bildungssystem einmal mehr sichtbar. Eine private Organisation, die für die Freigabe der „Pille danach“ jahrelang gekämpft hat, „überwacht“ anschließend diese Freigabe mittels einer staatlich finanzierten Hochschule, um zu dem Schluss zu kommen, dass diese immer noch nicht „frei“ genug ist. Um das Ganze medienwirksam zu machen, wird für diese Erkenntnis noch ein dubioser Preis verliehen und schon stehen Hessens Apotheker mit dem Vorwurf am Pranger, sie hätten wenig Ahnung und würden ihre moralischen Vorurteile der Versorgung ihrer Patientinnen vorziehen.

Dass die Freigabe der „Pille danach“ die Häufigkeit von Abtreibungen nachhaltig senkt, gehört im Übrigen auch in das Reich der Fantasie. Im Vereinigten Königreich, wo die „Pille danach“ bereits vor 13 Jahren freigegeben wurde, ist die Abtreibungsrate, auch bei jungen Frauen, seitdem signifikant angestiegen auf derzeit etwa eine von vier Schwangerschaften. Auch Geschlechtskrankheiten haben in dieser Zeit stark zugenommen. In Deutschland – hier ist die Pille danach seit 2015 rezeptfrei – hat die Anzahl der Abtreibungen bereits ebenfalls zugenommen. Wie sich die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten hierzulande entwickeln wird, kann man sich dann denken.

Prof. Dr. Paul Cullen ist Labormediziner und Vorsitzender des Vereins „Ärzte für das Leben“

Zu Risiken und Nebenwirkungen hat der Apotheker zu schweigen: Henriette Hürth Preis an Fuldaer Studentinnen verliehen

Zwei Studentinnen der Fachhochschule Fulda haben untersucht, wie das Abgabeverhalten der Apotheker im Bezug auf die sogenannte „Pille danach“ (PiDaNa oder Ella One) ist ein seit 2014 rezeptfreies Verhütungsmittel. Die gute Nachricht: wir dürfen auch weiterhin beruhigt in deutschen Apotheken auch rezeptfreie Medikamente kaufen. Über 70 Prozent der Apotheker sind bei der Abgabe der PiDaNa ihrer Beratungspflicht nachgekommen und haben dieses Präparat nicht einfach über die Ladentheke geschoben. Schon die normale Pille verliert zusehends an Akzeptanz bei jungen Frauen, und das aus guten Gründen: sie sind es leid, allein die Verantwortung für die Verhütung zugeschoben zu bekommen, und hierfür eine Chemiekeule zu schlucken, von der sie merken, dass sie ihnen nicht gut tut. Zusehends klagen junge Frauen über Nebenwirkungen wie Depressionen, unreine Haut, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und – ironischerweise – sexuelle Unlust. Das deutlich erhöhte Thromboserisiko durch die Pilleneinnahme ist längst bekannt. Die PiDaNa enthält nun die bis zu fünfzehnfache Dosis einer normalen Pille und erfreut sich seit ihrer Rezeptfreigabe größter Beliebtheit. Im vergangenen Jahr wurde dieser Hormonhammer 808.000-mal in Apotheken abgegeben – 51.000-mal häufiger als im Vorjahr, eine Steigerung um 6,7 Prozent. Das allein ist schon besorgniserregend. Verglichen mit den Zahlen aus 2014, dem letzten Jahr, in dem die PiDaNa noch rezeptpflichtig war, wird einem jedoch angst und bange: die Verkaufszahlen stiegen um über 70 Prozent. Da die Abgabe der normalen Antibabypille im selben Zeitraum nicht um 70 Prozent abnahm, und da die Zahl der Abtreibungen vor Freigabe der PiDaNa nicht deutlich höher war, bleibt nur eine Schlussfolgerung übrig: Frauen schlucken die PiDaNa, obwohl sie gar nicht schwanger sein können. Sie kommen aufgeregt und panisch in die Apotheke um sich Sicherheit zu kaufen. Die PiDaNa liefert aber nur die verhältnismäßig große Sicherheit, dass keine Schwangerschaft zustande kommen kann. Als ein sicheres Medikament kann sie angesichts der zahlreichen bekannten Risiken und Nebenwirkungen keinesfalls bezeichnet werden: nicht umsonst haben sich Frauenarztverbände mit Händen und Füßen gegen die Rezeptfreigabe der PiDaNa gesträubt. Ein Apotheker, der seinen Beruf ernst nimmt, darf keinesfalls ein so hoch dosiertes Medikament einfach über die Ladentheke schieben, zumal wenn er weiß, dass die Notwendigkeit seiner Einnahme vorher nicht mit einem Arzt in Ruhe besprochen wurde. Und er darf schon gar nicht versäumen, über Risiken und Nebenwirkungen aufzuklären. Die jungen Studentinnen fordern aber genau das Gegenteil als Fazit ihrer Arbeit: Die gewissenhafte Arbeit der Apotheker stelle eine Bevormundung der Frau da, es bestehe Handlungsbedarf. Wirklich? Dass Frauen sich von der Beratung in der Apotheke nicht beeinträchtigen lassen, zeigen die bereits genannten stetig wachsenden Absatzzahlen der PiDaNa. Handlungsbedarf besteht also vielmehr dahingehend, dass intensiver über die vielfach unnötige Einnahme de PiDaNa aufgeklärt wird. Wie traurig, dass so junge Frauen wie die beiden Fuldaer Studentinnen ihre Geschlechtsgenossinnen stattdessen so bedenkenlos ans Messer liefern wollen. Und wie entsetzlich, dass diese frauenverachtende Haltung auch noch mit einem Preis belohnt wird

„chrismon“ über Hänel: „Homestory“ mit sachlichen Mängeln
Das EKD-Monatsmagazin „chrismon“ stellt in der August-Ausgabe die wegen unerlaubter Werbung für Abtreibungen verurteilte Gießener Ärztin Kristina Hänel in einem Porträt vor. Der Beitrag ist überschrieben mit „Die Retterin“. Dazu ein Kommentar der Vorsitzenden des Bundesverbandes Lebensrecht, Alexandra Linder (Weuspert/Sauerland).

 

Das evangelische Magazin „chrismon“ suggeriert in seinem Artikel über eine Frau, die ihr Geld vor allem mit der tödlichen Beseitigung von Kindern vor der Geburt verdient, dass eine großmütige, menschenfreundliche Heldin zu Unrecht vor Gericht gezerrt wird. Und mit Pferdetherapien oder ihrem Einsatz für ein gutes Verhältnis zu den Juden tut Kristina Hänel in der Tat Gutes.

Es gibt legale Möglichkeiten, um zu informieren

Bei Abtreibungen sieht das anders aus. Abgesehen davon, dass Frau Hänel laut Informationsblatt – wofür sie verurteilt wurde – „legale“ Abtreibungen macht und „Schwangerschaftsgewebe“ entfernt, gibt es noch mehr zu bedenken: Frau Hänel hat einstmals, „ermutigt durch zwei Bier“, ihren Kumpel David gefragt, ob er ihr beibringen könne, wie man abtreibt. So schreibt sie im unter Pseudonym verfassten Buch „Die Höhle der Löwin“. Die Allgemeinmedizinerin ohne Doktortitel hat keine gynäkologische Facharztausbildung. Sie kann sich dennoch mit ihrer Abtreibungspraxis bei jeder Schein-Beratungsstelle registrieren und braucht keine Werbung. Sie könnte 100 Internetseiten erstellen, wenn sie den Eindruck hätte, dass es an sachlicher Information zum Thema Abtreibung fehlt – nur ohne den Hinweis, dass man in ihrer Praxis abtreiben kann. Hätte sie also uneigennützige Ziele, gäbe es genug legale Möglichkeiten.

Kein seriöser Lebensrechtler schickt Hassmails

So bleibt festzuhalten, dass sie notorisch – mindestens seit 2004, als sie schon einmal verurteilt wurde – für ihre vorgeburtlichen Kindstötungen gegen Entgelt wirbt und damit absichtlich gegen ein Gesetz verstößt. Aber kein seriöser Lebensrechtler hat Frau Hänel schikaniert, ihr Hassmails geschickt oder mit einem langsamen Foltertod gedroht, wie es in dem Artikel heißt – und keiner verhöhnt den Holocaust. Worauf hier angespielt wird: Eine einzige Person verwendet den Begriff „Babycaust“, ein „Einzelkämpfer“ unter hunderttausenden Lebensrechtlern. Wenn unter 100.000 Tierschützern ein einziger einen Massentierhalter mit solchem Gebaren überzieht, wird er auch nicht als pars pro toto für die gesamte Tierschutzbewegung genommen. Im übrigen sind „typische“ Lebensrechtler hilfsbereit und ohne Unterschied menschenfreundlich, sie argumentieren sachlich, helfen Schwangeren, dazu arbeiten sie meistens ehrenamtlich – sie müssen sich weder rechtfertigen noch ist Diffamierung angebracht.

Was pharisäerhaft ist

Da der chrismon-Artikel auf den Satz Frau Hänels, „Nur Dinge, die wahr sind, berühren mein Herz“, Wert legt, sollte er auch Wert auf wahre Berichterstattung legen. Woher will man wissen, wie viele Pharisäer es unter Lebensrechtlern gibt? Jesus mochte übrigens nicht nur keine Pharisäer, wie Frau Hänel betont, sondern mit Sicherheit auch keine Abtreiber. Und ist es nicht pharisäerhaft, sich über Andersdenkende zu stellen, zu meinen, man habe die Wahrheit für sich gepachtet? Woher will sie die Sicherheit nehmen, was wahr ist – und berühren die wahrhaft toten Kinder ihr Herz überhaupt nicht?

Frau Hänel macht sich zum Handlanger der Frauenfeindlichkeit

Das Beispiel der türkischen Frau, mit der Frau Hänel geweint hat, ist symptomatisch für ihre „Hilfe“. In dem geschilderten Fall will der Vater des Kindes die Frau nicht heiraten. Ledig mit Kind aber werde sie aus der Familie verstoßen. Also beugt man sich den Verhältnissen, tötet das Kind und schickt die Frau nach Hause. Die Familie könnte die Frau übrigens aus denselben kulturellen Gründen auch wegen der Abtreibung verstoßen. Ein anderes Kind wird wegen eines Arbeitsplatzes beseitigt. Frau Hänel tötet die Kinder einer dritten und vierten Frau, die von den Männern verlassen wurden. Alle Fälle zeigen, dass sie nicht den wirklichen Willen der Frauen erfüllt, die das Kind behalten wollen und nur angesichts widriger Umstände zur Abtreibung gehen; und dass sie die Probleme der Frauen damit nicht löst – denn das Kind ist generell nicht die Ursache des Problems. Sie macht sich zum Handlanger dessen, was sie ebenso bekämpfen will, wie die Lebensrechtler es tun: Frauenfeindlichkeit und Diskriminierung. Geradezu paradox.

Hanebüchen für ein christliches Magazin

Auch „chrismon“ macht sich zum Handlanger: von Ideologen, einem falschen Hilfeverständnis, von einem Denken, das eine Gruppe von Menschen willkürlich aus den Menschenrechten ausgrenzen will – für ein christliches Magazin ein hanebüchenes Unterfangen.

Zwei „Forscherinnen“ der Fachhochschule Fulda werden dafür ausgezeichnet, dass sie feststellen, dass die weit überwiegende Mehrheit der Apotheker in Deutschland versucht, verantwortungsvoll mit der Pille danach umzugehen.  Die Pille ist ein Hormonhammer, die vielfache Dosis einer normalen Pille. Nicht umsonst haben sich die Frauenärzte massiv gegen die Rezeptfreigabe gestemmt: aus Fürsorge für ihre Patientinnen. Es wäre zu schön gewesen, wenn die nun mit diesem Preis ausgezeichnete Arbeit die gewissenhafte Ausgabe der PiDaNa durch die Apotheker loben würde. Aber wir sind in Deutschland, und da reden die „Forscherinnen“ von „Handlungsbedarf“, eben weil die Apotheker die Pille nicht einfach über die Ladentheke schieben sondern ihren Job machen und vor den Risiken und Nebenwirkungen eines Medikaments warnen, dass viel zu oft aus blanker Panik und unnötig geschluckt wird, weil gar keine Schwangerschaft zustande gekommen sein kann. Angesichts der vielen bekannten Nebenwirkungen und bisher völlig unerforschten Langzeitfolgen ein Drama.  Mit Frauengesundheit hat das nichts zu tun.

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Es ist nicht zu fassen: ein offizielles Organ der evangelischen Amtskirche bezeichnet die Abtreiberin Kristina Hänel als „Retterin“. Sie sei für die Schwachen, alle würden sie brauchen, so Frau Hänel in dem Bericht, in dem die üblichen Register in Bezug auf die Lebensrechtsbewegung gezogen werden.

Bleibt zu hoffen, dass diese Lebensfeindlichkeit nicht die offizielle Linie der evangelischen Kirche in Deutschland ist. Den  deutlichen Worten von Hartmut Steeb ist nichts hinzuzufügen. Auf eine entsprechende Stellungnahme Bedford-Strohms warten wir bisher vergeblich.

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Die Pro Life Tour der Jugend für das Leben Österreich wird erstmalig gemeinsam mit der Jugend für das Leben Deutschland organisiert. Am 4.8. trafen sich nachmittags auf dem Marienplatz junge Lebensrechtler aus Deutschland und Österreich zur Auftaktveranstaltung auf dem Marienplatz in München. Auch diesmal war es nötig, dass die Polizei Verstärkung anforderte und mit sehr viel Nachdruck die Vertreter der „antifa“ in die Schranken wies. Mitgebrachte Tröten und lautes Gebrüll verstummten, als Eugenia und Paul von ihren persönlichen leidvollen Erfahrungen mit zwei Abtreibungen berichteten.

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Zwei Wochen lang ziehen über hundert Jugendliche zu Fuß von München nach Salzburg, um eine gemeinsame Vision wahr werden zu lassen:Eine Gesellschaft, in der Kinder geschützt sind, Frauen unterstützt werden und Abtreibung sich erübrigt hat. Die Jugendlichen sagen: Wir sind davon überzeugt, dass jede Frau etwas Besseres als eine Abtreibung verdient hat. Wir glauben daran, dass es möglich ist, Müttern die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen und dass es möglich ist, die vorgeburtlichen Kinder zu schützen. Um darauf aufmerksam zu machen, gehen wir zu Fuß von München nach Salzburg. Unsere Gesellschaft muss wissen, dass Abtreibung keine Lösung ist. Wir wollen, dass Abtreibung der Vergangenheit angehört. Wir wollen, dass bei uns niemand mehr mit dem Gedanken einer Abtreibung spielen muss. Wir wollen, dass Abtreibung Geschichte wird.

Alle nötigen Informationen (sowie später aktuelle Berichte) finden Sie auf der Homepage der Tour:

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