Zur diesjährigen Woche für das Leben, die normalerweise morgen begonnen hätte, sagte die Vorsitzende des BVL e.V., Alexandra Linder, heute:

Das Motto der diesjährigen Woche für das Leben, „Leben im Sterben“, ist nicht nur wegen der Pandemie-Lage besonders aktuell, sondern auch wegen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts zum assistierten Suizid. In diesem Urteil werden Autonomie und selbstbestimmter Sterbewille über alles andere gestellt, über das staatlich zu schützende Lebensrecht und in letzter Konsequenz zum Beispiel auch über ärztliche Grundeinstellungen oder Gewissensfreiheit.

Völlig außer Acht gelassen wird hierbei, dass Selbstbestimmung sehr viel mit menschlichen Bindungen zu tun hat und immer auch davon beeinflusst wird. Umfragen bei schwerstkranken und alten Menschen, die sich töten (lassen) wollen, ergeben, dass vor allem fehlende oder negative Bindungen diesen Wunsch aufkommen lassen. Die meisten begründen ihn damit, dass die Angehörigen die Situation nicht ertrügen, dass man einsam sei oder Angst vor Einsamkeit habe und nicht mehr zur Last fallen wolle. Das bedeutet umgekehrt das, was die Woche für das Leben in diesem Jahr betonen wollte: Wenn man dieser Situation, die offenbar nicht aus der Unerträglichkeit einer Krankheit resultiert, sondern aus dem Mangel an menschlicher Zuwendung, genau diese Nächstenliebe entgegensetzt, würde bei den meisten Menschen der Wunsch nach Tötung oder Beistand zur Selbsttötung gar nicht aufkommen.

Dieselbe Möglichkeit besteht bei Schwangerschaftskonflikten: Wenn Frauen in schwierigen Lebenssituationen umfassende Unterstützung und menschliche Zuwendung erhalten, brauchen sie keine Abtreibung. Denn auch eine Entscheidung zur Abtreibung ist in der Regel fremdbestimmt und hat sehr viel mit fehlenden stabilen Bindungen zu tun.

Jede Woche muss eine Woche für das Leben sein. Das würde viele Konflikte und Tötungen vermeiden.

Der Bundesverband Lebensrecht wird die Woche für das Leben mit der zu diesem Thema geplanten Fachtagung am 18.09.2020 in Berlin nachholen, der Marsch für das Leben findet am 19.09.2020 statt. Die Kirchen und alle anderen Gremien, denen die Woche für das Leben und die Thematik wichtig ist, sind eingeladen, sich dem anzuschließen.

Weitere Informationen unter https://www.bundesverband-lebensrecht.de/fachtagung/

V.i.S.d.P.:
Alexandra M. Linder M.A.
Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.
Email: linder@bv-lebensrecht.de
Telefon: 0175/9616906 & 02724/288944
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Gastkommentar von Alexandra Maria Linder in „Die Tagespost”

Vergewaltigung, wenn das Kind nicht lebensfähig oder das Leben der Mutter gefährdet ist. Das sind gängige Ausnahmeregelungen in Gesetzen, die Abtreibung verbieten. Deutschland versuchte dagegen mit einem Kompromiss, die Zahlen niedrig zu halten. Das Ergebnis sind jedes Jahr hunderttausend statistisch erfasste Fälle, bei denen keine der oben genannten Situationen zutrifft. In Polen gab es innerhalb weniger Jahre mehrfach Gesetzesänderungen: von der Freigabe im Kommunismus bis zum Verbot, dessen Ausweitung erneut debattiert wird. Die Begründung ist die Diskriminierung (durch Abtreibung lebensfähiger) Behinderter, was vor der Geburt ebenso verwerflich ist wie danach. In Deutschland wird diese Ungerechtigkeit aktuell nicht nur negiert, sondern durch die Zulassung des pränatalen Bluttests gefördert: vor der Geburt Selektion, nach der Geburt Inklusion. Eine menschenrechtliche Kapitulation. Natürlich kommen Polinnen nach Deutschland, um ihre Kinder illegal abzutreiben – worin sie von „Hilfsstellen“ in Berlin unterstützt werden. Doch ein Unrecht zu erlauben, weil es im Nachbarland Recht ist, ist der falsche Weg. Und auch mit den Auslands-Abtreibungen sind die Zahlen in Polen signifikant niedriger als zu kommunistischen Zeiten. Wie viele ungewollte Abtreibungen es gibt, interessiert Abtreibungs-Protagonistinnen übrigens nicht. Sie wollen das Recht, nur „gewollte“ Kinder zu bekommen und alle anderen zu beseitigen. Faktencheck: Die überwiegende Anzahl der Schwangerschaften ist naturgemäß wenig plan- und wollbar, es geht also um eine ideologische Utopie, koste sie, wen sie wolle. Polen stellt sich mutig gegen den Druck internationaler Gremien, die Abtreibungsideologie propagieren und geflissentlich ignorieren, was hierbei in der polnischen Mentalität, im Gegensatz auch zu Deutschland, die größte Rolle spielt: konsequent in Gesetzgebung umgesetzte Menschenwürde.

23.04.2020

Kaminski: „Völlig falsches Frauenbild“

Pressemitteilung vom 22.04.2020

Zu den Forderungen der stellvertretenden Vorsitzenden der Links-Fraktion im Deutschen Bundestag, Cornelia Möhring, nimmt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Cornelia Kaminski, Stellung:

Augsburg. Zum wiederholten Mal nutzt die Abtreibungslobby in Deutschland die Corona-Krise, um ihre Forderungen nach einer Aufweichung des Lebensschutzes durchzusetzen. Nachdem der Gesetzgeber nachgegeben und die telefonische Beratung schwangerer Frauen ermöglicht hat, legt die Linksfraktion nach und fordert das vollständige Aussetzen der Beratungspflicht – Frauen hätten eine solche Bevormundung nicht nötig. Die Linke offenbart damit ein merkwürdiges Verständnis von Beratung und erhebliche Unkenntnis des Gesetzestextes. Beratung ist niemals bevormundend, schon gar nicht die Schwangerenkonfliktberatung, denn diese hat laut Schwangerschaftskonfliktgesetz ausdrücklich „ergebnisoffen“ geführt zu werden. Eine Bevormundung ist damit ausgeschlossen.

Das Argument, die Beratung spreche den Frauen ihre Selbstbestimmung ab, ist paradox. Es liegt in der Natur von Beratung, dass diese zu einem Mehr an Wissen führt. Die nach einer Beratung gefällte Entscheidung ist damit selbstbestimmter als eine Entscheidung, die in Unkenntnis wesentlicher Informationen gefällt wurde.

„Aus unserer vielfachen Beratungspraxis wissen wir: Frauen im Schwangerschaftskonflikt haben Angst, sie fühlen sich allein gelassen und oft unter Druck gesetzt von ihrem Umfeld. Eine selbstbestimmte Entscheidung in dieser Situation ist eine Illusion. Es ist Aufgabe und Verpflichtung des Staates dafür zu sorgen, dass Frauen eine Beratung bekommen, die ihnen Angst nimmt und zu ergründen sucht, ob die Entscheidung tatsächlich selbst getroffen oder aber von jemand anderem – beispielsweise dem Partner – aufgezwungen wurde. Was bei jeder lebensverändernden Operation völlig selbstverständlich ist, nämlich eine ausführliche Beratung und Gelegenheit, in Ruhe noch einmal nachzudenken, darf nicht ausgerechnet dann zur Disposition gestellt werden, wenn die Entscheidung den Tod des eigenen Kindes zur Folge haben kann. „An einem Beratungsgespräch im Schwangerschaftskonflikt nehmen mindestens drei Personen teil – auch wenn man eine davon nur im Ultraschallbild sieht. Der Staat tut gut daran, diese dritte Person, das ungeborene Kind, nicht zu vergessen“, so Kaminski. „Schließlich steht sein Leben auf dem Spiel.“

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) ist eine der größten Lebensrechtsorganisationen in Europa und beteiligt sich seit Jahrzehnten auf vielfältige Weise am politischen Meinungsbildungsprozess. Sie tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob vor oder nach der Geburt, mit oder ohne Krankheit und Behinderung, alt oder jung. Die ALfA hat rund 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL) e.V.

V.i.S.d.P
Cornelia Kaminski
Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, ALfA e.V.
cornelia.kaminski@alfa-ev.de
Tel. 0661 58883; Mobil: 0178 5888300
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Pressemitteilung vom 15.04.2020

Zu erneuten Forderungen nach Abschaffung des § 218 StGB sagte Alexandra Linder, Vorsitzende des BVL e.V., heute:

Während aktuell allerorten der Lebensschutz in den Vordergrund gestellt wird, soll er genau dort abgeschafft werden, wo er am meisten gebraucht wird: bei den Menschen, die ihre Grundrechte noch nicht, nicht mehr oder gar nicht selbst vertreten können. Um diese Menschen zu schützen, sind unter anderem Euthanasie und Abtreibung nicht zulässig. Bei der erneut erhobenen Forderung nach Freigabe der Abtreibung wird stetig über „ungewollte Schwangerschaften“ gesprochen. Sprechen wir doch einmal über ungewollte Abtreibungen. Denn wer will, dass Abtreibung freigestellt wird und Frauen im Schwangerschaftskonflikt zu Hause abtreiben, ignoriert bewusst folgende Tatsachen:

  • Die meisten Frauen im Schwangerschaftskonflikt werden unter Druck gesetzt und häufig von Männern, die sich ihrer Verantwortung entziehen, zur Abtreibung gezwungen. Der Konflikt entsteht nicht durch die Schwangerschaft, sondern durch die Diskriminierung von Frauen. Die Freigabe der Abtreibung würde diese Frauenfeindlichkeit fördern. Denn alle aus dieser Situation resultierenden Abtreibungen sind ungewollte Abtreibungen.
  • Bei Vergewaltigung brauchen Frauen Beistand, der Verbrecher muss hart bestraft werden. Die Vertuschung des Verbrechens, indem die Frau zur Abtreibung geschickt wird, ist frauenfeindlich. Wer Abtreibung in die Privatsphäre verlagern will, überlässt diese Frauen ihrem Schicksal und weiterem Missbrauch.
  • Überraschende Schwangerschaften bei Jugendlichen ergeben sich häufig durch Fehl- und Falschinformationen in Bezug auf künstliche Verhütungsmittel. Zu behaupten, dass Sexualleben ohne Schwangerschaft immer funktioniere, und bei Nichtfunktionieren eine gesundheitsschädliche Abtreibung anzubieten, ist verantwortungslos.
  • Es wird argumentiert, dass Frauen zu gefährlichen Methoden greifen würden, wenn sie nicht legal abtreiben dürfen. Wenn eine Frau so verzweifelt ist, dass sie ihr eigenes Leben gefährdet, ist das Angebot einer Abtreibung besonders diskriminierend. Wer so verzweifelt ist, braucht Unterstützung zum menschenwürdigen Leben, nicht Vertuschung und Diskriminierung durch Ignorieren ihrer Situation, die durch Abtreibung nicht besser wird.

Es gibt keine gemütliche Abtreibung auf dem Sofa, im Arm des Kindesvaters, der entspannt auf den Tod seines Kindes wartet. So suggerierte es ein Werbeplakat für „Home abortion“ mit Mifepriston in Schweden vor einigen Jahren auf einem Fiapac-Kongress. In der Realität ist Abtreibung diskriminierend und frauenfeindlich. Wer davor die Augen verschließt, hat kein Interesse an einer Lösung der wirklichen Probleme und/oder verdient am Unglück der betroffenen Menschen viel Geld.

V.i.S.d.P.:
Alexandra M. Linder M.A.
Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.
Email: linder@bv-lebensrecht.de
Telefon: 0175/9616906 & 02724/288944
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PRESSEMITTEILUNG vom 25.03.2020

Zu den Forderungen von Abtreibungslobbyisten in der Corona-Krise erklärt die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Cornelia Kaminski:


Augsburg. Während das deutsche Gesundheitssystem derzeit alles tut, um sich gegen den Anstieg der Neuinfektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 zu wappnen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, möglichst viele Leben zu retten, sorgen sich die Abtreibungslobby und ihre Galionsfigur Kristina Hänel darum, wie den bereits zu beklagenden und zu erwartenden Todesfällen zusätzliche hinzugefügt werden können.

Es kann nicht sein, dass Kliniken und Krankenhäusern der vorgeburtlichen Kindstötung in der jetzigen Krise unvermindert ihre Aufmerksamkeit schulden sollen. Niemand kommt heute wie die Jungfrau zum Kinde. Eine normal verlaufende Schwangerschaft ist niemals ein „Notfall“, selbst dann nicht, wenn die Eltern des Kindes sie nicht beabsichtigt haben. Die Forderung, Frauen müssten ihre Schwangerschaft auch allein zu Hause mittels Abtreibungspille beenden dürfen, zeigt zudem, dass es nicht um die Gesundheit dieser Frauen geht. Die Abtreibungspille wird als psychisch sehr belastend erlebt und kann neben Übelkeit und Schmerzen auch starke Blutungen sowie im schlimmsten Fall – wenn das ungeborene Kind nicht vollständig abgetrieben wird – schwere Infektionen verursachen. Aus gutem Grund lehnen daher Frauenärzte medikamentöse Do-It-Yourself-Abtreibungen ab. 

Dass in Zeiten, in denen das Gesundheitssystem um das Leben besonders gefährdeter Personen ringt, vorgeburtliche Kindstötungen künftig Priorität genießen sollen, zeigt, wessen Geistes Kind diejenigen sind, die solche Forderungen erheben.

Während das Parlament Sondersitzungen einberuft und Milliarden Euro freigibt, um Kliniken und Krankenhäuser zu befähigen, die Kapazitäten der Intensivmedizin hochzufahren, damit das Gesundheitssystem notfalls auch einem Ansturm standhält, sorgen sich Abtreibungslobbyisten in Deutschland darum, wie Abtreibungsärzte ihrem tödlichen Geschäft auch in der Corona-Krise ohne finanzielle Einbußen weiter nachgehen können. Dafür gibt es nur ein Wort: Pervers.

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 11.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).

V.i.S.d.P.:
Cornelia Kaminski
Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, ALfA e.V.
E-Mail: cornelia.kaminski@alfa-ev.de
Telefon: 0821 512031

Kommentar zu Forderungen des „Pro Choice Bündnis“
Von Mechthild Löhr

Während derzeit bundesweit in den Krankenhäusern Ärzte und medizinisches Personal in bewundernswürdiger Weise und oft ohne Rücksicht auf die eigene Gesundheit dafür kämpfen, in der Corona-Pandemie das Leben möglichst vieler Patienten zu retten, versucht ein neues „Bündnis Pro Choice“ die Situation auszunutzen und fordert, die staatlichen Regeln für Abtreibung weiter zu lockern.

Diese bekannten Abtreibungsbefürwortern befürchten tatsächlich, dass aufgrund der aktuellen Lage in den Kliniken die Zahl der Abtreibungen sinken könnte und Frauen nicht genügend Abtreibungsangebote zur Verfügung stehen könnten. Es zeugt schon von erheblichem Zynismus der Beteiligten, gerade in dieser Situation eine Reduzierung des ohnehin minimalen Schutzes für die Ungeborenen vor Abtreibung zu fordern!

Das Vorpreschen von Abtreibungsanbietern, -ärzten und auch Pro Familia legt offen, dass hier auch wirtschaftliche Interessen eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Denn die an diesem Bündnis Beteiligten profitieren mit ihren umfangreichen täglichen Abtreibungs- und Beratungsangeboten maßgeblich von den über 42 Millionen Euro jährlich, die der Staat für die Übernahme der Abtreibungskosten aufwendet. Ganz offensichtlich fürchtet man nun finanzielle Einbußen.

Das Bündnis fordert daher u.a. auch im eigenen Interesse die Aussetzung der Pflichtberatung und der dreitägigen Wartefrist zwischen der Schwangerenberatung und der Abtreibung und Video- und Telefonberatung bundesweit. Angesichts von über 100.000 statistisch gemeldeten Abtreibungen allein in 2019 erscheint jedoch die „Gefahr“, dass es zu wenig (!) Abtreibung geben könnte, mehr als absurd und entlarvt die eigentlichen Handlungsinteressen überdeutlich. Ohnedies erfolgen 79 Prozent der Abtreibungen (DESTATIS 2019) in Deutschland ambulant bei (Frauen)-Ärzten und nur 18 Prozent in Krankenhäusern.

Zusätzlich macht dieses lebensschutz- und kinderfeindliche Bündnis allen Ernstes den Vorschlag, jetzt bevorzugt einen „medikamentösen“ Abbruch mit telemedizinischer Begleitung zu Hause zuzulassen. Dies ist zweifelsohne ein weiterer zynischer Vorschlag, denn Abtreibungspillen sind für das Kind tödliche Mittel und auch für die Frau keine „Medizin“. Schon jetzt werden 26 Prozent aller Abtreibung mit dem pharmakologischen Produkt Mifegyne (RU487) durchgeführt. Dieses Tötungsmittel, das weltweit und vor allem in China für Abtreibungen bis zum vierten Monat verwendet wird, wie ein Kopfschmerzmittel über telefonische Beratung und „Telemedizin“ verschreiben zu lassen, offenbart die radikale Geringschätzigkeit und völlige Gleichgültigkeit dieses „Pro Choice Bündnisses“ sowohl gegenüber dem Leben des Kindes als auch der betroffenen Frau.

Ausgerechnet in der derzeitigen Ausnahmesituation der Corona-Epidemie, in der die Gefahr übereilter Entscheidungen besonders groß ist, Abtreibungen „zuhause“ und im Schnellgang zu fordern, ist ethisch erbärmlich und medizinisch ebenso unverantwortlich.

Die bekannte Abtreibungsärztin und Allgemeinmedizinerin Kristina Hänel, die zum Bündnis gehört und die selbst keine gynäkologische Fachberatung anbieten darf, beschreibt in ihrem Online Info-Blatt für Frauen zum „Schwangerschaftsabbruch“ mit Mifegyne als „Nebenwirkungen und Komplikationen“: „Mögliche Nebenwirkungen sind Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Blutungen können stärker sein als beim chirurgischen Abbruch oder bei Ihrer Periode und länger anhalten. In ca. 1-4% versagt die Methode…“ Und weiter: „Gründe gegen die medikamentöse Methode – Konkreter Verdacht auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (z.B. im Eileiter) – Unverträglichkeit von Prostaglandinen – Allergie gegenüber Mifepriston – Chronische Nebenniereninsuffizienz – Schweres Asthma (Einnahme von Cortisontabletten.) – Leber- und Nierenversagen“.

Wenn dieses „Bündnis“ nun unter Kenntnis und offensichtlicher Geringschätzung der vielfachen möglichen Gefahren gerade jetzt dennoch einen politischen Werbefeldzug für Mifegyne als empfehlenswerte „häusliche“ Abtreibungsmethode antritt, zeigt es, dass es den Akteuren primär um ihre Abtreibungsgeschäfte und die von ihnen vertretene Ideologie geht, aber nicht um echte Beratung oder (ärztliche) Hilfsangebote für Schwangere in einer Notsituation.

Dass 96 Prozent aller gemeldeten Abtreibungen aus sozialen Gründen erfolgen, ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass es vor allem wirtschaftliche und soziale Nöte und Zwänge sind, die heute zu Abtreibungen motivieren. Ganz sicher fehlt es in Deutschland aber nicht an Abtreibungskapazitäten, wie die hohen jährlichen Abtreibungszahlen traurig belegen. Sondern vielmehr an der mangelnden Fähigkeit und Bereitschaft in des Staates, der Gesellschaft und aller Beteiligten, den Schwangeren bessere, zukunftsfähige und positive Lebensperspektiven mit ihren Kindern zu eröffnen.

Gerade unter dem Eindruck der derzeitigen Corona-Epidemie erleben viele Menschen auf sehr eindrucksvolle Weise neu, wie sehr Familien- und Generationenzusammenhalt das Leben und die sozialen Strukturen vor allem in der Krise stärken und erhalten. Nur Zyniker und Verächter des Lebensrechtes jedes Menschen können diese kritische Lage, in der zur Rettung von Leben und der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und in den Familien dringender denn je gebraucht wird, so schamlos für ihre Interessen „nutzen“ und ihrerseits für weniger Frauen- und Lebensschutz sowie eine angeblich unkomplizierte neue Abtreibungsregel werben.

Es ist unsäglich und entlarvend, dass viele Abtreibungsärzte und Beratungsanbieter wie „Pro Familia“ ein so trauriges Geschäftsmodell betreiben und die gegenwärtige ärztliche Notsituation zur Forderung nach einer noch radikaleren „Lockerung“ von Abtreibungsbedingungen missbrauchen.

Zur gestrigen Pressemeldung von Pro Familia und weiteren Vereinen sagte Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverband Lebensrecht e.V., heute:

Wir tun zur Zeit zu Recht alles, um gefährdete Menschenleben zu schützen. Der Lebensschutz, der eigene Verzicht für das Leben anderer hat oberste Priorität. Abtreibungsvereinen wie Pro Familia und weiteren kleinen Gruppierungen, die von Pro Familia-Aktivisten gegründet werden und in der Regel aus wenigen, häufig denselben Personen bestehen (Doctors pro choice; Prochoice Deutschland), geht es jedoch nur darum, in einer Risikosituation ihre frauenverachtende Ideologie durch die Hintertür durchzubringen.

Zunächst ist es verwunderlich, darauf hinzuweisen, dass Frauen momentan der illegale Weg in die Niederlande und nach Großbritannien für Abtreibungen nach der 12. Woche verwehrt ist. Das bedeutet, dass entweder die Beratung von Pro Familia versagt oder der Verein diesen Weg unterstützt und empfiehlt, also illegal arbeitet. Des weiteren stellen viele Frauen erst in der 6./7. Schwangerschaftswoche fest, dass sie schwanger sind. Mifepriston darf nur bis zum 63. Tag genommen werden, also bis zum Ende der 7. Schwangerschaftswoche. Gerade jetzt, in einer besonderen Krisensituation, will man auf echte Beratung verzichten, auf die Schnelle eine Telefonberatung oder Videokonferenz anbieten und die Abtreibungspille besorgen. Neben der Tatsache, dass man die Kinder vollständig missachtet und die Frauen mit ihren wirklichen Problemen im Stich lässt, wird deren physische und psychische Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Dazu gehören Risiken für Raucherinnen ebenso wie Wechselwirkungen mit Medikamenten, Blutungen und weitere mögliche, auch schwere Nebenwirkungen. Ohne genaue Untersuchung, Feststellung des Kindesalters und Befragung sollen Frauen übereilt Abtreibungs-Tabletten nehmen und warten, bis ihr Kind mangels Versorgung tot ist, um es dann mit Prostaglandinen aus ihrem Körper zu bringen. Die in der Pressemeldung zitierte Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfiehlt übrigens, dass Mifepriston „unter Aufsicht“ eingenommen werden und die Einnahme der Prostaglandine zu Hause nur möglich sein solle, wenn die verantwortliche Einrichtung gut erreichbar sei. Genau das aber ist angeblich ja zur Zeit in Deutschland nicht gegeben, würde also das Risiko erhöhen.

Ebenso frauenfeindlich ist es, darauf hinzuweisen, dass die häusliche Gewalt angesichts der Ausgangsbeschränkungen steigen werde und man als Lösung des Problems Abtreibungen erleichtern müsse. Danach schickt man die Frauen wieder nach Hause, in dieselbe Gewaltsituation, bis sie zur nächsten Abtreibung kommen. Es ist unfassbar, dass niemand nachfragt, warum diese Vereine den Frauen nicht wirklich helfen, nämlich ihre Lebenssituation verbessern wollen.

Eine Pandemie auszunutzen, um seine Ideologie voranzutreiben, ist an Zynismus kaum zu überbieten. Die Behauptung, Frauen würden massenhaft zu Kleiderbügeln greifen, um selbst abzutreiben, und dabei sterben, ist eine längst entlarvte Lüge. Eine Abtreibung ist keine, wie es behauptet wird, notwendige „Notfallbehandlung“, die laut Definition Menschenleben rettet. Sie ist ein Vorgang, bei dem Menschenleben vernichtet werden. Dies gleichzusetzen und keine humane und echte Lösung für Frauen und Kinder anzubieten, verrät den Geist derer, die solche Forderungen stellen, und widerspricht dem Geist, der in der Gesellschaft wichtiger ist denn je: sich selbst ein wenig einzuschränken, um Menschenleben zu retten.

V.i.S.d.P.:
Alexandra M. Linder M.A.
Vorsitzende Bundesverband Lebensrecht e.V.
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Kommentar von Alexandra Linder zum heutigen Welt-Down-Syndrom-Tag

Rücksicht nehmen, an andere denken, selbstlos handeln, für das Leben anderer auf vieles verzichten – das ist das Gebot der Stunde, um die Ausbreitung der COVID-19-Erkrankung möglichst zu verlangsamen, und daran sollten wir uns alle halten.

Heute ist Welt-Down-Syndrom-Tag. Auch dieser Tag will an Menschen denken, die besondere Unterstützung und Rücksicht brauchen, sowohl persönlich als auch gesellschaftlich. Wenn wir all die jetzt von uns geforderten Verhaltensweisen auf diese Menschen übertragen, würde das für Menschen mit Down-Syndrom und ihre Familien bedeuten: keine pränatalen Bluttests mit Abtreibung als Folge, weil auch diese Kinder willkommen sind; keine Probleme für die Familien, die solche Kinder großziehen, weil alle helfen; weitestmögliche Integration in normales berufliches Leben, weil nicht nur Bilanzen und Schnelligkeit zählen.

Momentan verzichten alle auf vieles, um für jedes Leben, jeden Menschen zu kämpfen, der sonst möglicherweise an der Pandemie sterben könnte. Wenn wir dauerhaft auf weniges verzichten, das Prinzip der Selbstlosigkeit in unseren Familien und darüber hinaus weiter stärken und um jedes Leben kämpfen wollen, wird das in vielen Bereichen positive Auswirkungen haben und vielen Menschen helfen – zum Beispiel Müttern im Schwangerschaftskonflikt und ihren Kindern, Menschen am Ende ihres Lebens oder Menschen mit Besonderheiten wie dem Down-Syndrom.

ALfA Pressemitteilung vom 06.03.2020

Der Weltfrauentag ist willkommener Anlass, auf Benachteiligungen hinzuweisen, mit denen Frauen heute immer noch zu kämpfen haben. Frauenrechte werden jedoch auch dann mit Füßen getreten, wenn einer Frau das Recht, Mutter sein zu wollen, abgesprochen wird.

„Wir erleben zahlreiche Anrufe von Frauen, die ihre Schwangerschaft gegen ihren Willen durch eine Abtreibung beenden müssen: Entweder, weil der Partner Druck aufbaut und kein Kind will, oder weil die sexuelle Beziehung unbedingt vor der Familie verheimlicht werden muss. Von einer selbstbestimmten Entscheidung kann hier keine Rede sein“, so die Vorsitzende der ALfA, Cornelia Kaminski. Eine Frau, die ungewollt schwanger ist, hat Angst. In dieser Situation sind Entscheidungen selten selbstbestimmt und frei, sondern vielmehr von eben diesen Ängsten diktiert und erzwungen. Von der Wahrnehmung eines „Rechts auf Selbstbestimmung“ sind daher viele Frauen, die abtreiben, weit entfernt. Ein gesellschaftliches Klima, dass Abtreibungen zusehends normalisiert, ja zum Goldstandard der Problemlösung für ungewollt Schwangere erhebt, verschärft die Not dieser Frauen.

Hinzu kommt, dass pränatale Diagnosemethoden in vielen Ländern dafür genutzt werden, systematisch Mädchen auszusortieren. Seit Einführung dieser Selektionsmöglichkeit in den siebziger Jahren sind so ca. 23 Millionen Mädchen abgetrieben worden, wie eine Studie der Universität Singapur belegt. Diese Abtreibungen führen nicht nur dazu, dass die entsprechenden Gesellschaften in eine deutliche Geschlechter-Schieflage geraten. Sie führen auch dazu, dass die Frauen, die der Selektion entkommen sind, in dem Bewusstsein leben, dass eine Tötung weiblicher Kinder gesellschaftlich anerkannt ist. Sie sind Menschen zweiter Klasse, was ihnen spätestens dann bewusstwird, wenn sie selbst mit einem Mädchen schwanger geworden sind und von ihnen erwartet wird, dass sie ihre ungeborene Tochter abtreiben.

Forderungen nach einem Menschenrecht auf Abtreibung gehen daher in die völlig falsche Richtung. Frauen haben mehr verdient. Gerade in der Schwangerschaft sollte ihnen jede erdenkliche Unterstützung zukommen. „Eine Frau im Schwangerschaftskonflikt ist häufig verzweifelt allein mit ihrer Not. Sie ernst zu nehmen bedeutet, ihr auch eine ernsthafte Option für ein Leben mit dem Kind aufzuzeigen – und dazu gehört finanzielle und personelle Unterstützung, die nicht mit dem Ausstellen des Beratungsscheins enden darf. Hier besteht ein großer Handlungsbedarf des Staates, der diese Unterstützung bisher gerne anderen, oft ehrenamtlich tätigen Organisationen überlässt.“

Die Aktion Lebensrecht für Alle e.V. (ALfA) tritt für das uneingeschränkte Lebensrecht jedes Menschen ein – ob geboren oder ungeboren, behindert oder nicht, krank oder gesund, alt oder jung. Die ALfA hat mehr als 10.000 Mitglieder und ist Mitglied im Bundesverband Lebensrecht (BVL).

V.i.S.d.P.:

Cornelia Kaminski

Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle, ALfA e.V.

E-Mail: cornelia.kaminski@alfa-ev.de