Christiane Lambrecht, 13. März 2019

Die letzten Wochen bekamen mehrere Abtreibungsärzte Preise. Einmal von einer Stiftung der Grünen, das andere Mal vom Kreisverband Ostallgäu der SPD. Jedes Mal wurde gefeiert, dass diese Ärzte wegen ihrer Haltung für einen freieren Umgang mit Abtreibungen einen Beitrag zu „Freiheit, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Gleichstellung“ für Frauen, für die Gesellschaft leisteten. Es wird eine geschickte Sprache verwendet, Framing vom Feinsten, doch über die Hauptpersonen, die Opfer der Abtreibung, wird kein Wort verloren. Sowohl diese Abtreibungsärzte als auch ihre Laudatoren und Preisverleiher sind offensichtlich auf beiden Augen blind, denn sie blenden aus, dass in unserem Rechtsstaat auch der ungeborene Mensch ein Lebensrecht hat. Noch. Denn bei den Preisverleihungen sowie in aktuellen Talkshows wurde auch gefordert, dass der § 218 StGB abgeschafft werden muss. Die Abtreibungslobby stellt das Selbstbestimmungsrecht der Frau über das Lebensrecht der ungeborenen Menschen. Abtreibung soll eine „normale“ Dienstleistung der Ärzte werden. Punkt. Lebensrecht des ungeborenen Kindes sowie unsere Rechtsprechung – Fehlanzeige. Weshalb, so frage ich mich, gibt es diesen blinden Fleck? Wie kommen Politiker, Ärzte und normale Bürger dazu, dass sie die Tötung von ungeborenen Kindern nicht nur akzeptieren, sondern weiter fördern wollen. Sind nicht die (offiziell) 400 Abtreibungen pro Werktag in Deutschland genug? Gegen die rasante Ausbreitung des blinden Flecks bei den Menschenrechten und für das Lebensrecht der Ungeborenen haben die Aktion Lebensrecht für Alle und die Christdemokraten für das Leben am internationalen Frauentag in München vor der SPD-Zentrale protestiert. Doch eine Gruppe hat unser demokratisches Grundrecht auf Meinungsäußerung durch ununterbrochenes Geschrei und Musikbeschallung verhindern wollen. Die Polizei konnte nur mit Mühe unsere Kundgebung schützen. Anscheinend sind Ideologen auch auf dem demokratischen Auge blind.

Die Autorin ist bayerische Landesvorsitzende der Christdemokraten für das Leben

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