Grußwort von Erzbischof Dr. Heiner Koch zum „Marsch für das Leben“ am 21. September 2019 in Berlin

Der Missbrauch von Kindern bedeutet für die Betroffenen lebenslanges Leid. Dass es dieses Verbrechen auch in unserer Kirche gab und gibt, ist ein grausamer, ein unerträglicher Skandal. Wir müssen alles uns Mögliche zum Schutz der Kinder tun. Genauso engagiert muss der Einsatz der Kirche zum Schutz der ungeborenen Kinder sein. Unser Einsatz für sie ist ein Gradmesser unserer Glaubwürdigkeit auf vielen anderen Gebieten, auf denen wir uns politisch, caritativ und persönlich für den Schutz bedrohten menschlichen Lebens einsetzen: des Lebens von Flüchtlingen und Verfolgten, des Lebens von Menschen mit Handicaps, des Lebens von Familien in Armut, des Lebens sterbender Menschen. Ich danke Ihnen, dass Sie sich gerade angesichts des Schweigens so vieler öffentlich für den Schutz auch des ungeborenen Lebens einsetzen. Dies ist heute ein mutiges Zeugnis. Auch für Ihre Beratungs-, Hilfs- und Unterstützungsangebote, für Gespräche und Aktionen, für Spenden und Informationen danke ich Ihnen von Herzen!

Für mich ist der „Marsch für das Leben“ ein „Samstag für die Zukunft“, für die Zukunft des Zusammenlebens in unserem Land. Heute ist ein „Samstag für die Zukunft“, wenn der „Marsch für das Leben“ mehr ist als eine politische Demonstration, wenn er als Angebot zum Dialog, zur sachlichen, aber auch empathischen Diskussion über ein lebenswichtiges Thema für die Zukunft unserer Gesellschaft verstanden wird.

Ich weiß, dass wir mit vielen Menschen aus dem Erzbistum Berlin, allen voran unserem Weihbischof Dr. Matthias Heinrich, vertreten sind. Ich hatte selbst auch fest vor zu kommen, bin aber durch eine unglückliche Terminkollision zu einer Firmung am anderen Ende der Stadt. Den Heiligen Geist, den ich dort für die Firmlinge erbitte, wünsche ich auch Ihnen für ein friedliches und begeisterndes Statement zur Zukunft unserer Gesellschaft!

Berlin, den 19. September 2019