Sehr geehrte Frau Lindner,
liebe Mitstreiter für das Lebensrecht,

sehr gerne hätte ich an Ihrer Fachtagung teilgenommen und mit Ihnen über „Kultur des Lebens? Ideal und Wirklichkeit“ reflektiert. Leider kann ich aufgrund anderweitiger Verpflichtungen an diesem Wochenende nicht bei Ihnen sein und so auch nicht am Marsch für das Leben teilnehmen. Dafür bitte ich um Verständnis.

Kinderlosigkeit gilt heute oft als Krankheit, die künstliche Befruchtung als deren Therapie. Molekularbiologisch ist vieles möglich. Molekularbiologische Instrumente, mit denen das Genom von Lebewesen gezielt verändert werden kann, entwickeln sich rasant. Die Tendenz zu einer aktiven Vorselektion menschlichen Lebens ist unübersehbar.

Dieses Szenario ist mit der Achtung vor der unantastbaren Würde des Menschen für mich nicht vereinbar. Die menschliche Fortpflanzung ist mehr als ein technisches Verfahren und ein Kind ist mehr als das Produkt dieser Fortpflanzung. Es hat von Anfang an eigene Rechte, sehr schnell auch einen eigenen Willen und Bedürfnisse. So ist ein Kind auch mehr als nur das Resultat einer Willensentscheidung seiner Eltern und eines Reproduktionsmediziners.

Leider wird es immer wichtiger, sich dafür einzusetzen, dass der Mensch nicht auf seine natürliche Ausstattung, auf seine physische Existenz, reduziert wird. Nicht nur Selbstachtung, sondern auch Achtung des andern sind Grundprinzipien unseres Menschenbilds und unserer Rechtskultur. Der Grundsatz der unantastbaren Menschenwürde verpflichtet dazu, keinerlei menschliches Leben zu instrumentalisieren und als Mittel zu fremden Zwecken zu benutzen. Wir alle haben den Auftrag, das ungeborene menschliche Leben zu achten und zu schützen. Dabei gilt es, den Hinweis auf die Unverfügbarkeit anderen menschlichen Lebens auch im vorgeburtlichen Stadium zu verstärken und immer wieder von der Achtung des Lebens, auch des ungeborenen Lebens, und von der Würde der Person, zu reden. Deshalb ist es wichtig, dass auch Sie sich öffentlich für das Lebensrecht jedes Menschen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod engagieren. Dafür danke ich Ihnen herzlich.

Da ich nicht persönlich am Marsch für das Leben teilnehmen kann, wünsche ich Ihnen eine große Beteiligung und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Sylvia Pantel, MdB

Hier klicken: Grußwort Sylvia Pantel MdB