Grußwort für den „Marsch für das Leben“ am 19. September 2020 in Berlin

Ich hoffe und bete, dass der Marsch für das Leben ein neuer Weckruf für viele Menschen in Deutschland wird. Wie bei den ungeborenen Kindern erleben wir heute auch im Blick auf das Lebensende die verheerenden Folgen, wenn Menschen sich selbst für das Maß aller Dinge halten.

Das Bundesverfassungsgericht hat in diesem Jahr die Regierung verpflichtet, dafür zu sorgen, dass jedem Bürger hinreichend Raum zur Entfaltung und Umsetzung seines Rechtes auf Selbsttötung gegeben wird. Als ob das nicht schlimm genug wäre, behauptet seit einiger Zeit der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Hannover, der größten evangelischen Landeskirche, dass theologisch gesehen jeder Mensch ein Recht auf Selbsttötung habe.

Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes hatten erlebt, dass Massenmord und Zerstörung die Folgen sind, wenn der Mensch sich selbst für das Maß aller Dinge hält. Sie haben darum an den Anfang der Präambel des Grundgesetzes geschrieben „In Verantwortung vor Gott und den Menschen…“.

Gegen den Wahn menschlicher Vermessenheit schützt uns nur der Glaube an den lebendigen Gott. Er hat sich in Jesus Christus aller Welt bekanntgemacht. Er ist die Quelle und der Garant der Menschenfreundlichkeit.

Ulrich Parzany, Pfarrer i.R.
Vorsitzender des Netzwerks Bibel und Bekenntnis