(Vorsitzende des Organisationskomitees des Marsch fürs Leben Österreich)

Hier klicken: Grußwort Valerie

Sehr geehrte Frau Lindner,
liebe Mitstreiter für das Lebensrecht,

sehr gerne hätte ich an Ihrer Fachtagung teilgenommen und mit Ihnen über „Kultur des Lebens? Ideal und Wirklichkeit“ reflektiert. Leider kann ich aufgrund anderweitiger Verpflichtungen an diesem Wochenende nicht bei Ihnen sein und so auch nicht am Marsch für das Leben teilnehmen. Dafür bitte ich um Verständnis.

Kinderlosigkeit gilt heute oft als Krankheit, die künstliche Befruchtung als deren Therapie. Molekularbiologisch ist vieles möglich. Molekularbiologische Instrumente, mit denen das Genom von Lebewesen gezielt verändert werden kann, entwickeln sich rasant. Die Tendenz zu einer aktiven Vorselektion menschlichen Lebens ist unübersehbar.

Dieses Szenario ist mit der Achtung vor der unantastbaren Würde des Menschen für mich nicht vereinbar. Die menschliche Fortpflanzung ist mehr als ein technisches Verfahren und ein Kind ist mehr als das Produkt dieser Fortpflanzung. Es hat von Anfang an eigene Rechte, sehr schnell auch einen eigenen Willen und Bedürfnisse. So ist ein Kind auch mehr als nur das Resultat einer Willensentscheidung seiner Eltern und eines Reproduktionsmediziners.

Leider wird es immer wichtiger, sich dafür einzusetzen, dass der Mensch nicht auf seine natürliche Ausstattung, auf seine physische Existenz, reduziert wird. Nicht nur Selbstachtung, sondern auch Achtung des andern sind Grundprinzipien unseres Menschenbilds und unserer Rechtskultur. Der Grundsatz der unantastbaren Menschenwürde verpflichtet dazu, keinerlei menschliches Leben zu instrumentalisieren und als Mittel zu fremden Zwecken zu benutzen. Wir alle haben den Auftrag, das ungeborene menschliche Leben zu achten und zu schützen. Dabei gilt es, den Hinweis auf die Unverfügbarkeit anderen menschlichen Lebens auch im vorgeburtlichen Stadium zu verstärken und immer wieder von der Achtung des Lebens, auch des ungeborenen Lebens, und von der Würde der Person, zu reden. Deshalb ist es wichtig, dass auch Sie sich öffentlich für das Lebensrecht jedes Menschen von der Zeugung bis zum natürlichen Tod engagieren. Dafür danke ich Ihnen herzlich.

Da ich nicht persönlich am Marsch für das Leben teilnehmen kann, wünsche ich Ihnen eine große Beteiligung und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre
Sylvia Pantel, MdB

Hier klicken: Grußwort Sylvia Pantel MdB

Grußwort 
von Kardinal Reinhard Marx,
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz,

zum „Marsch für das Leben“
am 21. September 2019 in Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit vielen Jahren verleihen Sie in Berlin öffentlich der Überzeugung Ausdruck, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Dies ist besonders dann zu betonen, wenn das Lebensrecht eines ungeborenen oder schwerkranken Menschen in Frage gestellt wird. Für Ihren beharrlichen Einsatz danke ich Ihnen herzlich.

Das Leben ist eine wertvolle Gabe Gottes, die es bis zuletzt anzuerkennen gilt. Dieser Glaube bewegt uns, solidarisch füreinander Sorge zu tragen. Er muss aus christlicher Sicht auch Grundlage aller politischen Debatten und wissenschaftlichen Forschungen sein. Denn er bewahrt uns davor, schwachen, zerbrechlichen Menschen ihren Lebenswert abzusprechen. Papst Franziskus hat zuletzt im Mai dieses Jahres eindringlich daran erinnert, dass kein menschliches Wesen jemals unvereinbar mit dem Leben sein könne, weder aufgrund seines Alters, seines Gesundheitszustands noch aufgrund seiner Eigenschaften. „Jedes Kind, das sich im Schoß einer Frau ankündigt, ist ein Geschenk, das die Geschichte einer Familie verändert. … Und dieses Kind muss angenommen und geliebt werden und Fürsorge erhalten. Immer!“ (Ansprache des Heiligen Vaters beim internationalen Kongress „Yes to Life“ am 25. Mai 2019 in Rom).

Auch wenn Menschen im Sterben liegen, ist es wichtig, dass wir sie fürsorglich in all ihren Bedürfnissen begleiten. In den gegenwärtigen Herausforderungen – ich denke etwa an die erneute Debatte um den assistierten Suizid – kommt es darauf an, noch konsequenter als bisher eine palliative Kultur des Lebens zu entwickeln. Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland werden deshalb in ihrer nächsten Woche für das Leben, die vom 25. April bis 2. Mai 2020 stattfindet, die christliche Sorge um die Sterbenden in den Vordergrund stellen und so für den Schutz des menschlichen Lebens eintreten.

Dem Marsch für das Leben am 21. September 2019 in Berlin wünsche ich Gottes Segen.

Reinhard Kardinal Marx
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

18.09.2019: Grußwort von Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, zum „Marsch für das Leben“ am 21. September 2019 in Berlin

Seit zehn Jahren findet in Danzig der Marsch für das Leben und Familie statt. 

Hier, wo vor 80 Jahren auf der Halbinsel Westerplatte der Zweite Weltkrieg begann und in der nahgelegenen Werft im Jahre 1980 eine unabhängige Gewerkschaft Solidarność entstand, wollen wir die Würde des menschlichen Lebens verkünden. Wir wollen allen Polen und der Welt zeigen: Unsere Stadt ist Pro-Life!

Johannes Paul II. lehrte uns in Danzig: Jeder von uns hat sein eigenes Westerplatte und ein Maß an Aufgaben, derer er sich annehmen und die er erfüllen soll. Eine gerechte Sache, für die man kämpft. Eine Pflicht, vor der man nicht ausweichen kann. 

Mit großer Freude schicken wir Euch und Deutschland diese Grüße. Eure Aktivitäten geben auch uns Hoffnung. In diesem gemeinsamen Kampf um eine gerechte Sache, nämlich das Leben, sind wir bei Euch. Wir wünschen Euch und uns eine Welt voller Wertschätzung für die Schönheit der Schöpfung. 

Die Organisatoren des Marsches für das Leben und Familie in Danzig 2019.

Journalistin und Buchautorin

Hier klicken: Grußwort Birgit Kelle 

Bundesvorsitzender der WerteUnion

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Frau Linder,
liebe Freunde des Lebens,

da wir heute in Erfurt zu einer wichtigen Bundesvorstandssitzung zusammenkommen, ist mir leider verwehrt, bei Ihnen zu sein. Gerne hätte ich mich, zusammen mit weiteren engagierten Mitgliedern des Bundesvorstands der WerteUnion, an Ihrem Marsch für das Leben beteiligt.

Christliche Demokraten stehen immer an der Seite des Lebens. „Die unantastbare Würde des Menschen als Geschöpf Gottes ist menschlicher Verfügung nicht zugänglich und ist zu schützen“, heißt es im Grundsatzprogramm der CDU. Für uns in der WerteUnion ist diese Aussage Verpflichtung, jederzeit für das menschliche Recht auf Leben einzutreten, auch das ungeborene Leben zu schützen und uns für eine Kultur des Lebens in all seinen Phasen einzusetzen. Leben ist ein kostbares Geschenk. Wir müssen Frauen und Männer jeden Tag ermuntern und ihnen dabei helfen, sich für das Leben zu entscheiden. Wir wollen nicht zuletzt auch das Leben in seiner natürlichen, gottgegebenen Form schützen und setzen uns daher ebenso für ein Ende der unwissenschaftlichen Kinderverwirrungspolitik namens Gender Mainstreaming ein.

Heute aber sind Sie es, die ein deutliches Zeichen zum Schutz des menschlichen Lebens setzen. Im Namen der WerteUnion danke ich Ihnen für Ihr mutiges Engagement und wünsche Ihnen für Ihren wichtigen und verdienstvollen Einsatz alles Gute, viel Erfolg und Gottes Segen.

Ihr Alexander Mitsch
Bundesvorsitzender der WerteUnion
www.werteunion.info

 

Alexander Mitsch
Bundesvorsitzender der WerteUnion

Liebe Marschteilnehmer von nah und fern,

als CDU-Bundestagsabgeordnete und überzeugte Lebensschützerin freue ich mich sehr, dass sich wieder so viele Menschen aus ganz Deutschland auf den Weg gemacht haben, um beim „Marsch für das Leben“ dabei zu sein. Wir wollen, ja wir müssen, gemeinsam darauf aufmerksam machen, dass das Recht auf Leben in Deutschland und ganz Europa immer mehr unter Druck gerät. Das gilt für das Thema Abtreibung, für das Thema vorgeburtliche Selektion, die Unterstützung beim Suizid und auch bei der Frage der Euthanasie.

Lassen Sie uns einen kurzen Blick zurück werfen. Vor knapp 2500 Jahren sagte Hippokrates der berühmteste Arzt des Altertums und Begründer der Medizin noch: „Ich werde nichts unternehmen, um die Leibesfrucht abzutreiben oder Empfängnis zu verhüten. [… ] Auch werde ich keiner Frau ein Mittel zur Abtreibung einer Geburt zukommen lassen.“ Und vor etwa 70 Jahren verabschiedete die 2. Generalversammlung des Weltärztebundes in Genf das Genfer Gelöbnis, in dem es ausdrücklich heißt: „Ich werde jedem Menschenleben von der Empfängnis an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden.“

Heute bekommen Medizinerinnen (die in der Regel keine Gynäkologen sind) für den Bruch dieses hippokratische Versprechens und der Darstellung und Kommerzialisierung der vorgeburtlichen Kindstötung als normale ärztliche Leistung, reihenweise hochdotierte Preise von parteinahen Stiftungen der SPD und der Grünen … und Frau Rita Süssmuth (CDU) spricht die Laudatio … das ist alles nicht mehr zu fassen.

Gleichzeitig demonstrieren genau diese politischen Kräfte für den Schutz der Umwelt und des Klimas – der Wald, die Wölfe, die Fledermäuse, die Schwarzstörche, die Bienen usw. dürfen nicht sterben – aber das ungeborene Kind soll nicht einmal leben dürfen! Das ist absurd!

Das gegenwärtige politische Panorama zeigt ein bedrohliches Szenario für das Recht auf Leben. So zeigen die meisten Kandidaten für den SPD-Vorsitz, dass sie Werbung für Abtreibungen legalisieren wollen. Dem schließen sich die Linken vorbehaltlos an. Die Grünen radikalisieren sich immer mehr zu Abtreibungsfanatikern und wollen die vorgeburtliche Kindstötung (womöglich bis zum Tage der Geburt) legalisieren, wie Katrin Göring-Eckardt verkündet hat.

Der Kampf gegen die ungeborenen Kinder wird immer verbissener und rücksichtsloser geführt.

Angesichts dieses Angriffes auf das Leben muss man erwarten, dass CDU/CSU eine Gegenoffensive startet. Damit das geschieht, wird der Druck der christlichen Basis Deutschlands gebraucht.

Anfang dieses Jahres hat der Deutsche Bundestag mit der Neufassung des Paragraphen 219a StGB zu einer weiteren Verwässerung beim grundsätzlichen Verbot der Werbung für einen Schwangerschaftsabbruchs beigetragen. Angesichts dieser Einschätzung habe ich als einzige Abgeordnete der Unionsfraktion dem gefundenen Kompromiss nicht zugestimmt. Persönlich mache ich  meinen Kollegen keinen Vorwurf, wenn Sie zugestimmt haben. Aber wir wissen doch alle, dass mit dem Angriff auf den § 219a in Wirklichkeit nur der Sturm auf den § 218, dem Verbot des Schwangerschaftsabbruchs, eingeläutet werden soll und genauso wie die Bestrebung Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, die Gesellschaft in die scheinbar „schöne neue Welt“ der puren Selbstbestimmung führen will. Letzlich führt das alles aber zur Zerstörung der herkömmlichen Familie als gesunde Keimzelle der Gesellschaft. Ich frage Sie – was nutzt es einem Volk, wenn es zwar reich an Selbstbestimmung – aber arm an Kindern ist und sich damit der eigenen Zukunft beraubt?  

Sie alle, die Sie am  Marsch für das Leben teilnehmen, kennen die richtige Antwort. Deshalb bin ich Ihnen auch so dankbar, dass Sie alle heute hier laut und deutlich für das Recht auf Leben demonstrieren. Wir sind vereint in dem Wissen, dass der Mensch beim Lebengeben und Lebennehmen nicht Gott spielen soll. Das gilt genauso für seine selbstgerechte Vorstellung wertvolles Leben von unwertem Leben zu unterscheiden oder aber auch die Lebenschancen schon vor der Geburt unterbinden zu können. Immer dann, wenn der Mensch sich selber zum gottähnlichen Wesen aufspielt, haben zivilisatorische Brüche nicht lange auf sich warten lassen. Denn der, der nicht Rechenschaft ablegen muss, verliert  auch den Respekt vor seinem Gegenüber und wagt den Griff nach den Sternen.

Heute sind wir hier versammelt, um dem vereinten Zeitgeist die Stirn zu bieten. Insofern war zu erwarten, dass unsere Gegner, uns so lautstark und aggressiv begleiten. Ja, auch Ihr seid uns willkommen, denn wir alle danken Gott und respektieren die Entscheidung , dass Eure Eltern zu Euch bewusst Ja! gesagt haben. Sie haben sich damals nicht mit Trillerpfeifen für eine Kultur des Todes entschieden. In Freiheit und liebevoller Zuwendung haben sie sich für eine Kultur des Lebens entschieden und damit die Vielfalt in unserem Lande begründet!

Papst Benedikt XVI. hat in seiner Enzyklika „Spe salvi“ daran erinnert, dass jede Generation neu um die rechten Ordnungen der menschlichen Dinge ringen muss. Nach Ansicht des Papstes könnten gute Strukturen auch zum Gutsein der Welt beitragen. Allerdings könne der Mensch „nie einfach nur von außen her erlöst werden“. Am Ende wissen wir hier: An Gottes Segen ist alles gelegen. Deshalb lasst uns jetzt segensreiche Stunden miteinander verbringen und uns gegenseitig Stärke zusprechen. Wir sind nicht allein und bisher sind alle Kulturen des Todes am eigenen Tod gescheitert.

Veronika Bellmann MdB

Veronika Bellmann MdB