KjG
Herrn Bundesleiter
Marc Eickelkamp persönlich
per Email: marc.eickelkamp@kjg.de

Berlin, 21.09.2020

Offene Einladung zum Diskurs über die ethischen Grundlagen des Marsches für das Leben und Frauenrechte

Sehr geehrter Herr Eickelkamp,

Ihren dialektischen Aussagen in Bezug auf die Tätigkeit von Frau Flachsbarth für „She Decides“ und die Unterstützung unseres Marsches für das Leben durch Bischof Oster könnte man recht knapp und launig mit Oscar Wilde antworten: „Lass nie Fakten einer guten Story in die Quere kommen.“ Dafür jedoch ist die Sache zu ernst und zu menschengefährdend.

Beim Marsch für das Leben am vergangenen Samstag waren zahllose Jugendliche, die sich mit den Fakten, mit einer konsequenten Haltung für das Lebensrecht jedes Menschen und mit den Handlungen beschäftigen, die man dafür vornehmen beziehungsweise unterlassen muss. In Bezug auf Schwangerschaft bedeutet dies unter anderem: jede Unterstützung, vollständige Aufklärung und Information vornehmen, Abtreibung unterlassen. Frauen in aller Welt Bildung, sauberes Trinkwasser, medizinische Versorgung und die ihnen selbstverständlich zukommende gleichwertige Stellung in ihrer Gesellschaft verschaffen, den Missbrauch und die Tötung von Frauen und Kindern zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens unterlassen. Ich wage zu behaupten, dass dies durchaus im Sinne Thomas Morus´ wäre, und sein Zitat, gerade weil es das Motto der KjG ist, sollte man als Bundesleiter von 80.000 jungen Menschen sehr sorgsam anwenden.

Gerne lade ich Sie zu einer persönlichen Begegnung ein, in der unsere Jugendvertreter und ich mit Ihnen über die ethischen Grundlagen des Marsches für das Leben und Frauenrechte sprechen – auch wenn Sie gemäß Ihrer eigenen Diktion, die zu Ihrem Glück nicht die meine ist, als weißer Mann mittleren Alters ohne jegliche Ahnung von Frausein, Schwangerschaft und Geburt mir gegenüber deutlich schlechtere Karten haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexandra Maria Linder M.A.

Vorsitzende